Allein und einsam liege ich im Bett. Meine Gedanken versuchen Halt zu finden, irgendetwas zu verstehen. Die tosenden Wellen meiner eigenen Sturmflut beginnen noch einmal stärker zu werden. Schwarz zieht sich der Himmel über mir zu, Sturm peitscht um mich und ich habe keine Ahnung, wie lange mein Deich hält. Ich schlage die Decke zurück und kann sie sehen. Meine nackten Beine, meine Füße, die in warmen Socken stecken. Sie sind mir eigenartig fremd, scheinen nicht zu mir zu gehören. Ich kann nicht sagen, ob meine Füße wirklich warm sind, denn ich spüre sie nicht. Genau genommen nehme ich von der Brust abwärts nichts mehr von meinem Körper wahr.
Zwei schwere Reitunfälle bringen Svenja Albers an die Grenzen ihres Daseins. Sie, die Unermüdliche, bangt um die Beweglichkeit. Ein Leben im Rollstuhl droht, die Zukunft scheint düster. Doch gleichzeitig kommt mit dem erzwungenen Stillstand die Chance der Reflexion. Sie erkennt, dass nicht nur die Reitunfälle Ursachen für ihre seelische Aufruhr und Erschöpfung sind. Eine intensive Heilreise beginnt.
Svenja Albers wurde 1976 in Ratzeburg geboren. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf, lebt sie mit ihrem Mann und den drei Töchtern auf einem Milchviehbetrieb im Herzogtum Lauenburg. Beruflich hatte sie nach einer Ausbildung zur Elektronikerin, dem Leiten einer eigenen Hofmolkerei und dem Besatteln von Pferden ihre Aufgabe in der Arbeit mit Beeinträchtigten gefunden. Nach ihrer Genesung und Trainerausbildungen macht sie anderen Betroffenen Mut und bringt sie wieder in Bewegung. Auch für sie hat sie ihre Geschichten vom mehrfachen Hinfallen und Wiederaufstehen geschrieben.
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