Als Fidel Castro starb, wurde in Kuba nicht nur ein Mann betrauert, sondern ein ganzer Takt vorgegeben. Straßen, Zimmer, Gespräche, Gesten. Alles bekam eine neue Schwere, als hätte jemand die Luft ein wenig dichter gestellt. In diesen Tagen entstanden die privaten Polaroids von Robert Zobel: Momentaufnahmen, die zugleich stehen bleiben und weiterlaufen, weil das Sofortbild immer auch ein kleines Stück Zeit speichert.
Dieser Bildband zeigt Kuba nicht als Postkarte, sondern als Innenansicht. Eine Fahne im Halbdunkel, ein Blick auf ein Gesicht, das zur Ikone wurde, eine junge Frau am Tisch, Körper im Schlaf und in der Unruhe, Nachtspuren, Überlagerungen, zufällige Offenbarungen. Dazwischen Hitze, Musik, Rumoren, Palmenlicht und das sehr menschliche Bedürfnis, trotz Verboten, Regeln und Blicken etwas Eigenes festzuhalten.
Das sind keine erklärten Bilder. Sie stehen da, wie sie sind. Und genau darin liegt ihre Wahrheit.
Logan Banner ist Fotograf mit einem Schwerpunkt auf Polaroid und dem Zufall, den dieses Medium mit sich bringt. Seine Arbeiten interessieren sich für Atmosphäre statt für Eindeutigkeit: für Licht, Unschärfe, Überlagerungen und das, was zwischen zwei Momenten hängen bleibt. "Als Fidel Castro starb" versammelt private Aufnahmen aus Kuba in den Tagen der verordneten Trauer. Der Bildband vertraut der Wirkung des Materials und bleibt bewusst unkommentiert.
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