Schlagworte: Das Buch erzählt vom Leben armer Menschen im Andreasviertel in Friedrichshain zwischen 1890 und 1905., Es beschreibt ihren Alltag mit Hunger und Krankheit und Wohnungsnot., Die Geschichten zeigen die Armut vieler Menschen in Verzweiflung und all ihren Folgen., Die Berichte beruhen auf historischen Quellen wie Zeitungen und Gerichtsakten und Kirchenbücher., Das Buch erinnert an in der Geschichte oft vergessenen Schicksale der ärmsten Menschen.
Geschichte lebt nicht nur in den Taten von Kaisern und Politikern, sondern auch im Leben der Menschen, die arbeiteten, litten und hofften. Dieses Buch erzählt vom Andreasviertel in Friedrichshain zwischen 1890 und 1905. Während Berlin zur Industriemetropole aufstieg, prägten im Andreasviertel Armut, Krankheit und soziale Not den Alltag. Die Schicksale seiner Bewohner fanden kaum Beachtung und blieben oft nur als kurze Notizen in Akten, Kirchenbüchern oder Zeitungen erhalten. Die Arbeitergeschichten und Kriminalfälle dieses Buches zeigen, wie eng Fortschritt und Elend miteinander verbunden waren. Sie erinnern an Menschen, deren Leben von Entbehrungen und fehlenden Chancen bestimmt wurde. Auch wenn sich die Verhältnisse im heutigen Deutschland grundlegend vom Kaiserreich unterscheiden, bleiben die Fragen aktuell: Wie geht eine Gesellschaft mit ihren Schwächsten um? Wie groß darf die soziale Ungleichheit werden, bevor sie den Zusammenhalt gefährdet? Die Geschichten des Andreasviertels sind deshalb mehr als historische Berichte. Sie mahnen, soziale Not nicht zu übersehen und gesellschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen. Möge dieses Buch dazu beitragen, die Vergangenheit besser zu verstehen und die Gegenwart mit wachem Blick zu betrachten.
Johannes Simang, 1952 geboren, in Berlin aufgewachsen, nach einer Handwerkslehre ev. Theologie studiert. Von 2005-2018 war ich nach anderen Stationen in Friedrichshain St. Markus ev. Pfarrer. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Menschen noch ärmer lebten wie unsere Familie mit vier Kindern in den fünfziger Jahren. Wir, meine Geschwister und ich, sind arm und einfach lebend aufgewachsen, was aber die Kirchbücher erzählten, war pure Not. Ein Not, die ich verspüre, wenn ein Politiker oder eine Politikerin sagt, er sei, z.B. Kanzler oder Präsident, für alle da. Wie können dann 10% der Menschen in unserem Land, der drittstärksten Wirtschaftsmacht der Welt, in Armut leben?
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