Besuch am Rande

Besuch am Rande

Deutsche Bulgarienreisende im Jahrhundert der nationalen Wiedergeburt

friedrich Wilhelm Hackländer, Helmuth von Moltke, Marie Gräfin zu Erbach-Schönberg

Geschichte & Biografien

Hardcover

188 Seiten

ISBN-13: 9783929634716

Verlag: Unverlag

Erscheinungsdatum: 03.11.2015

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Bulgarien, Reisebeschreibung, Deutsche in Bulgarien, 19. Jahrhundert, 18. Jahrhundert

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Die Reisen dieser Anthologie fallen in das Jahrhundert, in dem sich erst die nationalkulturelle, am Ende auch die politische Wiedergeburt des bulgarischen Staates vollzog.
Die Bulgarienberichte der deutschen Reisenden bestätigen manches, setzen aber auch in vielen Details korrigierende Akzente. Da für vier von ihnen Bulgarien nicht Reiseziel war, waren sie nicht voreingenommen, hatten kein Interesse an Vorurteilen. Sieht man die Arroganz vieler heutiger Westeuropäer gegenüber Angehörigen von Balkanländern, sind diese historischen Schilderungen leuchtende Beispiele geistiger Offenheit und kosmopolitischen Interesses am Kennen- und Verstehenlernen der Lebensverhältnisse der Völker an der Nahtstelle zwischen Orient und Okzident.
Die Seiten, die Carsten Niebuhr 1766 auf seiner Rückreise von Arabien über Bulgarien schrieb, sind ein Dokument für die Zeit der Janitscharenwillkür, die über echte und hybride Folkloretexte in die bulgarische Nationalmythologie eingegangen ist. Seine handfeste, aber differenzierte Darstellung des Lebens in rein bulgarischen, gemischten und türkischen Siedlungen zwischen Edirne und Ruse bestätigt einiges, bietet aber auch Zwischentöne.
Die drei folgenden Berichte, entstanden nach dem Jahr der epochalen Reformen Sultan Mahmuds II., ermöglichen Vorher-Nachher-Vergleiche und bieten Anhaltspunkte für die Entwicklung der Zustände trotz der Zerstörungen im Türkisch-Russischen Krieg von 1829, von denen Heine und Moltke berichten. Letzterer hatte 1837 als Begleiter des Sultans auf einer Inspektionsreise durch Bulgarien Gelegenheit zu intensiver Begutachtung der Provinzen Rumelien und Bulgarien. Hackländer berichtet als Individualreisender von ersten Versuchen, die Pest zum Schutz der damaligen Hauptstadt Stambul Regierenden nicht nur durch Quarantäne an der Nord-, sondern auch an der Südgrenze einzudämmen.
Die Gräfin zu Erbach-Schönberg, ältere Schwester des ersten bulgarischen Fürsten Alexander von Battenberg, weist exemplarisch an vielen Fortschritten die rasante Entwicklung eines jungen Staates nach, dem diese Fähigkeit in Westeuropa aus politischem Kalkül immer wieder gern abgesprochen wurde und wird.

Der Herausgeber

Thomas Frahm, geboren 1961, lebte von 2000 bis 2015 vorwiegend in Sofia und beschäftigte sich als Autor, Übersetzer und Journalist intensiv mit Bulgarien. Seit 2014 baut er in seinem Verlag ein Programm mit Büchern auf, die in vielfältiger Form über Bulgarien informieren.
friedrich Wilhelm Hackländer

friedrich Wilhelm Hackländer

Geboren am 1. November 1816 in Burtscheid bei Aachen; gestorben am 6. Juli 1877 in Leoni am Starnberger See, war ein höchst produktiver und wegen seines Humors bald auch vielgelesener Schriftsteller. Sein Bestseller-Roman Handel und Wandel hat vermutlich sogar Gustav Freytag zu seinem Hauptwerk Soll und Haben inspiriert.
Hackländer wuchs als Waisenkind in ärmlichen Verhältnissen auf und wurde mit fünfzehn Jahren in einem Elberfelder Textilgeschäft als kaufmännischer Lehrling untergebracht. Ein Jahr darauf trat er als Freiwilliger in die preußische Artillerie ein, kehrte jedoch bald in den Kaufmanns-beruf zurück. 1840 zog er nach Stuttgart.
Als Begleiter des Oberstallmeisters von Taubenheim reiste Hackländer in den Orient, erhielt dann eine Anstellung an der Stuttgarter Hofkammer und wurde 1843 zum Hofrat, Sekretär und Reisebegleiter des württembergischen Kron-prinzen ernannt; mit ihm reiste er nach Italien, Belgien, Österreich und Rußland. 1849 schied er aus dem Dienst aus und war für die Zeitungen des Verlegers Cotta Kriegsberichterstatter in den Hauptquartieren Radetzkys (1849 beim Feldzug in Piemont) und des Prinzen Wilhelm von Preußen (1849 beim Badischen Feldzug). In Stuttgart gründete er um 1850 literarische Gesellschaften. 1859 kehrte er noch einmal in den Staatsdienst zurück und beteiligte sich als Direktor der königlichen Bauten und Gärten an Planung und Ausführung der Stuttgarter Schloßplatzanlage. 1865 übersiedelte er mit seiner Familie nach Leoni und widmete sich ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit.

Helmuth von Moltke

Helmuth von Moltke

Helmuth (Karl Bernhard) von Moltke, geboren am 26. Oktober 1800, gestorben am 24. April 1891 in Berlin, stammte aus altem Mecklenburger Adel. Er war der Sohn des späteren dänischen Generalleutnants Friedrich Philipp Victor von Moltke und der Henriette Sophie, geborene Paschen.
Moltkes Entsendung an den Serail hatte mit dem desolaten Zustand des türkischen Heerwesens zu tun. Der türkische Krieg gegen Rußland 1828/29 hatte gezeigt, daß ein Überleben des Osmanischen Reiches nur durch schnellen Aufbau neuer Streitkräfte gewährleistet werden konnte, vor allem, nachdem das alte Söldnerheer der Janitscharen, das zu eigenmächtig geworden war, nach mehreren Anläufen 1826 von Sultan Mahmud II. vernichtet worden war.

Carsten Niebuhr wurde am 17. März 1733 im friesischen Wester-ende Lüdingworth als Sohn eines freien, wohlhabenden Bauern geboren. Er konnte die Lateinschule in Otterndorf, später die in Altenbruch besuchen. Der Schulbesuch endete vorerst durch den Tod des Vaters, doch die vielseitige Begabung und der Lern-eifer des Jungen waren so stark, dass er arbeitete, um weiter ler-nen zu können. 1755 zog er nach Hamburg und beendete seine Ausbildung an der Gelehrtenschule des Johanneums. Nach drei-jährigem Mathematikstudium an der Georg-August-Universität Göttingen trat Niebuhr 1760 als Ingenieurleutnant in dänische Dienste. Im selben Jahr wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.
1761-1767 unternahm er mit fünf Begleitern eine Forschungsreise nach Arabien, auf deren Rückreise er als einziger Überlebender 1766 auch durch Bulgarien kam.

Maximilian Heine kam als jüngstes von vier Kindern des Tuch-händlers Samson Heine und seiner Frau Peira (Betty genannt) in Düsseldorf zur Welt. Das älteste seiner drei Geschwister ist der Dichter Heinrich Heine, mit dem er bis zum Schluss in gutem Verhältnis stand und dessen Biografie er auf Wunsch des Dichters nach dessen Tod verfasste.
Das Geburtsjahr Maximilians wird mal mit 1804, mal mit 1805 oder gar 1807 angegeben. Die Tatsache, dass er sein Medi-zinstudium an der Berliner Humboldt- und der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität schon 1829 mit Promotion ab-schloss, mag für eines der früheren Geburtsjahre sprechen.
Bereits im selben Jahr trat er als Chirurg in den Dienst der Russischen Armee. Seine Eindrücke in den heute zu Bulgarien gehörenden Gebieten zwischen Donau und Mariza gewann er als Militärarzt am Ende des Russisch-türkischen Kriegs 1828/29.

Marie Gräfin zu Erbach-Schönberg

Marie Gräfin zu Erbach-Schönberg

Marie zu Erbach-Schönberg wurde geboren am 15. Februar 1852 in Straßburg als Prinzessin Marie Caroline von Battenberg, sie starb am 20. Juni 1923 in Schönberg als Fürstin zu Erbach-Schönberg. Marie war das älteste Kind des Prinzen Alexander von Hessen und bei Rhein, Begründer des Hauses Battenberg, und seiner Ehefrau, der Gräfin bzw. Fürstin Julie von Battenberg, Tochter des polnisch-russischen Grafen Hans Moritz Hauke. Infolge der nicht standesgemäßen Ehe ihrer Eltern waren Marie und ihre Geschwister von der Erbfolge in Hessen ausgeschlossen und trugen den Titel Prinz bzw. Prinzessin von Battenberg. Die Prinzessin heiratete am 19. April 1871 in Darmstadt den Grafen Gustav Ernst zu Erbach-Schönberg, der 1903 in den Fürstenstand erhoben wurde.
Neben ihrem bulgarischen Reisebericht schrieb Marie Erinnerungsbücher, betätigte sich als Übersetzerin und war in humanitären Fragen höchst engagiert.
Maries Bruder Alexander, von 1879-1886 gewählter Fürst von Bulgarien, kam am 5. April 1857 in Verona als Prinz Alexander Joseph von Battenberg zur Welt und starb am 17. November 1893 in Graz, wo er seit seinem Sturz vom bulgarischen Fürstenthron am 21.08.1886 durch Staatsstreich und seiner endgültigen Abdankung am 7.09.1886 zurückgezogen unter dem Pseudonym Graf Hartenau lebte. 1897 wurde sein Leichnam nach Sofia überführt und dort in einem Mausoleum beigesetzt, das in der Nähe der Universität am Lewski-Boulevard zu finden ist.
Alexander von Battenberg besuchte das Darmstädter Ludwig-Georgs-Gymnasiums, trat anschließend in das Großherzoglich Hessische Dragonerregiment Nr. 24 ein und nahm am Russisch-Türkischen Krieg von 1877-1878 in Bulgarien teil. Seine Wahl zum Fürsten von Bulgarien verdankte sich wohl auch der Tatsache, dass er als Neffe der Ehefrau des russischen Zaren Alexander II., Maria Alexandrowna, dem russischen Imperator genehm war.

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