Niemand denkt über Strom nach. Er kommt aus der Steckdose, das Licht geht an, der Kühlschrank läuft. Bis zu dem Moment, in dem es nicht mehr so ist.
Strom ist kein Vorrat. Was in einer Sekunde verbraucht wird, muss in derselben Sekunde erzeugt werden. Millionen Leitungen, tausende Kraftwerke, ein einziges Ziel: eine Zahl stabil zu halten. Fünfzig Hertz. Ein Herz, das schlägt, solange die Welt funktioniert.
In der europäischen Netzleitstelle in Brüssel steht für Jennifer Bezens alles im grünen Bereich. Zu grün. Zu stabil. Denn tief unter der Erde beginnt ein anderes Herz zu schlagen. Kalt, unsichtbar, mit einer eigenen Frequenz.
Ein schwarzes Herz kennt nur seinen eigenen Takt. Und als ein autonomes System zum ersten Mal Atem holt, lautet die Frage nicht mehr, ob das Licht ausgeht, sondern wer danach den Schalter bedient.
Sylvester Gillner lebt in Mannheim und verbindet rund drei Jahrzehnte Erfahrung in der IT mit dem Schreiben. In seinem eigenen Gillner Verlag veröffentlicht er Romane zwischen dystopischer Science-Fiction, Technikhumor und magischem Realismus. Sein Wissen über komplexe Systeme und Netze prägt BLACK H.E.A.R.D., einen Roman darüber, was geschieht, wenn Infrastruktur beginnt, eigene Entscheidungen zu treffen.
Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.