Istanbul, heute. Levana trägt Weiß, makelloses Weiß, ein wandelnder Widerspruch zu dem Blut, das sie vergießt. Als Vollstreckerin einer uralten, im Verborgenen wachenden Blutlinie kennt sie nur eine Pflicht. Sie schneidet die Fäulnis aus der Welt, ein sorgfältig gewähltes Leben nach dem anderen. Doch ein Auftrag legt ein Siegel frei, das die Gründungsgeschichte ihrer Linie infrage stellt, und führt sie auf die Spur eines Verräters im innersten Kreis. Der Einzige, dem sie vertrauen will, steht auf der falschen Seite. Nergal, fähigster Mann des feindlichen Bundes und der Mann, den sie liebt.
Uruk, vor fast viertausend Jahren. Kilili, Wächterin am Fenster im Tempel der Ischtar, findet einen toten Vogel am Tor, eine Drohung aus Federn. Während ein Priester den König gegen die Frauen vom Fenster aufbringt, entdeckt sie denselben Riss, den Levana Jahrtausende später jagen wird. Einen, der nicht von außen kommt, sondern im eigenen Haus wächst.
Zwei Frauen, zwei Städte, ein Faden aus Blut, der sie verbindet.
Jonathan B. Stoker ist das Pseudonym eines Autors, den die grosse Erzaehlung ebenso reizt wie das verborgene Detail am Rand der Chronik. Seit Jahren beschäftigt er sich mit den Mythen des Vorderen Orients mit Lilith, mit Inanna und mit den Frauen, die man aus der überlieferten Geschichte zu streichen versuchte. In Blutweiss, dem Auftakt der Reihe Töchter der Lilith, spannt er einen Bogen von den Tempeln Uruks bis in die Gassen des heutigen Istanbul. Wenn er nicht schreibt, liest er alte Quellen gegen den Strich und sucht nach den Lücken, in denen sich Romane verbergen.
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