Das Buch vom Es
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Das Buch vom Es

Psychoanalytische Briefe an eine Freundin

Georg Groddeck

Natur- & Humanwissenschaften

Hardcover

308 Seiten

ISBN-13: 9783966625838

Verlag: Boer

Erscheinungsdatum: 10.06.2026

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Klassiker der Psychologie, Psychosomatik, Naturheilkunde, Alternative Medizin, Geschichte der Psychoanalyse

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Ich besinne mich nicht, daß ich als Knabe besondere Neigung für das Arztsein gehabt hätte, vor allem weiß ich bestimmt, daß ich nie, auch später nicht, mit diesem Beruf menschenfreundliche Gefühle verbunden hätte; und wenn ich mich, was wohl geschehen ist, mit solchen edlen Worten zierte, so verzeihe mir ein mildes Gericht mein Lügen. Arzt wurde ich, weil mein Vater es war. Er hatte all meinen Brüdern verboten, diese Laufbahn einzuschlagen, vermutlich weil er sich und andern gern einreden wollte, seine finanziellen Schwierigkeiten seien durch die schlechte Bezahlung des Arztes bedingt, was durchaus nicht der Fall war, da er bei alt und jung als ein guter Arzt gerühmt und dementsprechend entlohnt wurde.

Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1923, erschienen im Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig-Wien-Zürich. Die alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Georg Groddeck

Georg Groddeck

Georg Groddeck (1866-1934), Psychoanalytiker und Wegbereiter der Psychosomatik. An der Landesschule Pforta legte er 1885 sein Abitur ab. Er begann ein Medizinstudium an der Universität in Berlin. Bei dem Dermatologen Ernst Schweninger promovierte Groddeck 1889. Von 1890 bis 1891 arbeitete Groddeck in Berlin als Assistent seines Mentors Schweninger. Ausgehend von dessen individualisierenden Behandlungsmethoden entwickelte er seine eigenen Praktiken, vor allem Massage, Bädertherapie und Diätetik. Direkt zu Beginn des Ersten Weltkriegs arbeitete Georg Groddeck im Lazarett Badischer Hof in Baden-Baden. 1913 hatte Groddeck erstmals Bücher von Sigmund Freud gelesen und 1917 begann zwischen den beiden Medizinern ein Briefwechsel. Nach der durch Sigmund Freud geförderten Aufnahme Groddecks in die Internationale Psychoanalytische Vereinigung im Juli 1920 hielt Georg Groddeck im September 1920 auf dem VI. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in Den Haag einen Vortrag, den er mit den Worten begann: »Ich bin ein wilder Analytiker.« Auf dem Kongreß kam es auch zu ersten Kontakten mit Sándor Ferenczi, Otto Rank, Ernst Simmel und Karen Horney. Auch infolge seiner Kongreßbeteiligungen besuchten prominente Fachkollegen wie Lou Andreas-Salomé, Frieda Fromm-Reichmann oder Ernst Simmel das Sanatorium in Baden-Baden. Den publizistischen Anfang zur Psychosomatik machte Georg Groddeck 1917 mit der Broschüre »Psychische Bedingtheit und psychoanalytische Behandlung organischer Leiden«, in der er psychosomatische Zusammenhänge klinisch beschrieb und analysierte. Aus seinen Beobachtungen erhob Groddeck die öffentliche Forderung, die Möglichkeiten der Psychoanalyse bei der Behandlung aller organischer Erkrankungen zu erproben. Groddecks Therapieformen verbanden Naturheilverfahren mit psychoanalytischen, suggestiven und hypnotischen Elementen.

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