Bei der eigenwilligen Romanfigur, dem Flaneur und Dichter Kai, beginnt die Grenze zwischen Leben und Literatur zu verschwimmen. Das Manuskript besteht nicht aus schwarzer Tinte auf weißem Grund. Es ist ein Kaleidoskop aus Mikrogeschichten, die Kai hautnah erlebt. Sie entstehen auf seinen Spaziergängen, die ihn immer wieder kurz in den Verlag Silberschnitt führen, wo von ihm ungeduldig ein klassisches Manuskript erwartet wird. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen dem stählernen Grau des urbanen Raums und dem bewegten Grün der Wildnis, durch die er streift. Statt des rhythmischen Klackerns einer Tastatur hört Kai das Vibrieren der Welt, ein hochfrequentes Summen realen Seins, als essentielle Wirklichkeit verinnerlichter Geschichten. Jede von ihnen wird von einer tiefen Begegnung begleitet, dem beschleunigten Herzschlag Kais, wenn er Anteil nimmt, unterlegt mit den Farben, Geräuschen und Düften eines poetischen Welterlebens. Die Atmosphäre ist geschwängert von Gegensätzen. Man riecht den Duft der wilden Blumen in der Wiese und den Geruch von Papier im Verlag. Die Geschichten entstehen nicht gesondert, sie extrahieren sich aus dem Erlebten: Jede Berührung und jeder flüchtige Blick wird zum Ausgangspunkt einer lebendigen, atmenden Dichtung, die ganz im Moment realer Existenz aufgeht und sich in René Sommers episodischer Erzählweise und narrativer Fiktion akzentuiert und offenbart.
René Sommer, geboren 1954 in Rheinfelden, ist Dichter, Schriftsteller und Mitglied des Vereins Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS). Er lebt mit seiner Frau, der Künstlerin Erika Koller im Atelier Waldhaus am Waldrand über Liesberg. Das Werk, zu welchem auch zwei Sachbücher über Kinderträume gehören, ist mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet worden.
artfactory ib-lyric (Hrsg.)
ib-lyric begleitet das literarische Werkschaffen des Autors seit 1997 und editiert kontinuierlich Veröffentlichungen auf diversen Trägermedien.
Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.