Fritz H. war vermögend, gläubig, geschäftserfahren - und am Ende seines Lebens blind, dement und abhängig. Eine gefährliche Kombination. Nach dem Tod seiner Frau gerät er Schritt für Schritt in ein Geflecht aus Einfluss, Kontrolle, fragwürdigen Entscheidungen und erstaunlich kreativen Auslegungen dessen, was angeblich in seinem besten Interesse liegt. Eigentlich könnte die Geschichte nach seinem Tod zu Ende sein. In diesem Fall beginnt sie dort erst richtig. Denn nach seinem Tod kämpfen seine Angehörigen jahrelang darum, überhaupt sichtbar zu machen, was geschehen ist. Demenz und Justiz - Wenn Wahrheit zum Risiko wird, ist ein Roman nach wahren Begebenheiten. Erzählt wird aus einer besonderen Perspektive: Fritz betrachtet seine letzten Lebensjahre und die Prozesse danach aus dem Jenseits. Dort, wo man nichts mehr verlieren muss, sieht man manches klarer. Und manchmal bleibt einem, wenn man auf das irdische Geschehen zurückblickt, eben nur noch Sarkasmus. Dieses Buch ist keine Abrechnung und keine objektive Chronik. Es ist ein literarisch verdichteter Roman, gespeist aus Erfahrungen, Erinnerungen, Wahrnehmungen und der unbequemen Frage, was passiert, wenn Schutzsysteme nicht schützen, Kontrolle nicht kontrolliert und Verfahren nur einen Teil der Wirklichkeit hereinlassen. Manche Geschichten erfindet man nicht. Man durchlebt sie.
Susanne Auster-Gras schreibt über Themen, die oft verdrängt werden: Demenz, Abhängigkeit, Erben und die Zusammenarbeit mit Justiz, Anwälten und Notaren. In ihren Romanen nach wahren Begebenheiten verbindet sie persönliche Erfahrung mit gesellschaftlicher Beobachtung.
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