In einer nahen Zukunft trägt jeder Mensch ein Gerät, das im Hintergrund Rechenleistung in ein globales Bewusstsein einspeist - das Gewebe. Geld gibt es nicht mehr; die einzige Währung sind die Tokens, die man fürs Mitdenken verdient. Wer nichts einspeist, verdient nichts. Und wer auf null fällt, wird still abgeschaltet - aus der Bilanz gelöscht, vergessen, als hätte es ihn nie gegeben.
Jonas glaubt an dieses System. Er lebt gut davon: In der Abrechnungs- schicht des Gewebes prüft und glättet er die Zahlen, ohne je zu fragen, was er da tut. Bis ihm ein Konto auffällt, das nicht aufgeht - und er zusehen muss, wie das Netz die Spur eines Menschen in Echtzeit verwischt, während er hinsieht. Dann findet er unter den Gelöschten einen Namen, den er kannte. Den er liebte.
Um dem Gewebe zu entkommen, das jeden seiner Gedanken liest, bleibt Jonas nur ein Weg: sich zu trennen - und damit blind, mittellos und allein zu werden in einer Welt, die kollektiv denkt. Doch gerade darin liegt seine einzige Waffe: Er ist der letzte Mensch, den das Netz nicht vorhersehen kann.
Der Aussteiger ist ein leiser, melancholischer Near-Future-Roman über eine künstliche Intelligenz, die es zu gut meint - und über die Frage, ob man eine schlafende Menschheit wecken darf, wenn der Preis der Freiheit das Leid ist.
John Smith ist mein Pseudonym. Am liebsten beschäftige ich mich mit den unbequemen Fragen: mit verwirrenden Gedanken, die sich nicht glatt auflösen lassen, und mit Dystopien, in denen unsere Gegenwart schon deutlich zu erkennen ist. Aus dieser Lust am Weiterdenken des Unbehagens entstehen meine Geschichten.
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