Bastien ist zwölf, als er in Samoëns verschwindet.
Nur wenige Tage zuvor war der Sommer noch voller Abenteuer gewesen: der Hof seiner Großeltern am Le Clévieux, die Berge über dem Tal, die Geschichten seines Großvaters, ein rätselhaftes Zeichen und eine Felsspalte nahe beim Hof, die harmlos wirkte, bis Bastien dahinter eine Schwelle öffnete. Seitdem fehlt jede Spur von ihm.
Am Hof bleibt sein Platz gedeckt, während seine Eltern, sein Großvater und immer mehr Menschen nach ihm suchen. Für die Oberwelt beginnt ein Albtraum aus Fragen, Schuld und Hoffnung. Niemand weiß, was mit Bastien geschehen ist. Er ist an keinem Ort, den sie absuchen können.
Er ist unter der Erde.
Hinter der Schwelle, die er nie hätte öffnen dürfen, findet sich Bastien in einer Welt wieder, die älter ist als jede Geschichte, die Menschen sich über sie erzählen. Die Wesen der Tiefe beobachten ihn, prüfen ihn und entscheiden über sein Leben. Nach ihren Gesetzen dürfte ein Mensch, der einen Zugang entdeckt hat, niemals zurückkehren.
Doch Lsshera, das fremde Kindwesen, das ihn zuerst gefunden hat, bleibt an seiner Seite. Sie versteht seine Sprache kaum, und er versteht ihre Welt noch weniger. Trotzdem entsteht zwischen ihnen eine vorsichtige Nähe, die Bastien hält, während alles Vertraute über ihm unerreichbar wird.
Zwischen Angst, fremder Sprache, unerbittlichen Regeln und einer Welt, die ihn gerettet hat und zugleich gefangen hält, beginnt für Bastien der zweite Teil seines Lebens.
Der Junge, der den Himmel verlor - Band 2 erzählt von der Suche oben, vom Erwachen der alten Gesetze unten und von einem Kind, das weiterleben muss, obwohl es den Himmel verloren hat.
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