Die Geschichte spielt in einer ländlichen Welt, in der Arbeit, Jahreszeiten und soziale Ordnung den Alltag bestimmen. Vier Kinder; Heinrich, Adelheid, Arne und Frida treffen sich regelmäßig am Großen Bach. Sie helfen unauffällig dort, wo Hilfe gebraucht wird: beim Töpfer, beim Fischer, auf Wegen und an Zäunen. Ohne Absprachen entsteht eine Gemeinschaft, die nicht auf Worten, sondern auf Aufmerksamkeit beruht. Mit Lina kommt ein fünftes Kind hinzu, das am Rand der Gesellschaft lebt. Lina hört, sieht und spürt Dinge anders als die anderen. Ihre Wahrnehmung ist leise, körperlich und genau. Schritt für Schritt wird sie Teil der Gruppe, ohne dass dies ausgesprochen werden muss. Die Kinder lernen, Verantwortung füreinander zu übernehmen und Grenzen zu setzen insbesondere dort, wo Macht missbraucht wird. Im Sommer vertieft sich die Verbindung zwischen den Kindern. Sie folgen Wegen, die nicht auf Karten stehen, und entdecken Orte, die man nur findet, wenn man bereit ist, stehen zu bleiben. Ein stiller Fund ein alter Ort mit Spuren früherer Menschen konfrontiert sie mit der Frage, was bleibt und was weitergegeben wird. Am Ende steht kein Sieg und kein Verlust, sondern eine Entscheidung: Die Kinder erkennen, dass Zugehörigkeit nicht Besitz bedeutet. Manche Dinge bleiben an einem Ort zurück, andere gehen weiter getragen von denen, die aufmerksam genug sind, sie zu bewahren. Der Weg setzt sich fort, offen und ohne Gewissheit, aber gemeinsam.
Hermann von Warberg ist Pädagoge und Autor. Er arbeitet seit vielen Jahren im Bildungsbereich und beschäftigt sich mit Fragen von Gemeinschaft, Verantwortung und dem Weitergeben von Haltung zwischen Generationen.
Seine Texte zeichnen sich durch eine ruhige, klare Sprache und eine bewusst leise Erzählhaltung aus. Im Mittelpunkt stehen dabei weniger äußere Ereignisse als innere Entwicklungen, Aufmerksamkeit und das, was Menschen miteinander verbindet.
Die Kinder vom Großen Bach ist sein erster Kinderroman und der Auftakt einer Buchreihe.
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