Das Märchen von der klugen Bauerntochter ist von einem Geheimnis umgeben. Einige Motive stammen aus dem Orient, aber der Kern hat sich in Europa gebildet. Das geschah wahrscheinlich im 12. Jahrhundert. Obwohl die Frauen im Mittelalter verachtet wurden, sie galten als zweitrangig, hat sich das Märchen über ganz Europa verbreitet. Allein in Deutschland kennt man mehr als achtzig Varianten. Zu diesem Erfolg hat zweifellos die aufmüpfige politische Aussage beigetragen, denn es wird ausgesprochen, dass der Gutsherr ein lüsterner und eingebildeter Lump ist, in seiner Rolle als Richter parteiisch und bestechlich. Deshalb dürfte man das Märchen nur in den Bauernkaten und in den Hütten am Stadtrand erzählt haben. Für seine Beliebtheit spielten auch die Klugheitsproben, die Rätsel, die Bildersprache und der kunstvolle Aufbau mit spannungsgeladenen Szenen eine Rolle.
Hans Fink ist ein rumäniendeutscher Journalist und Publizist. Er studierte Germanistik und Rumänistik und arbeitete viele Jahre als Journalist in Bukarest. Seine Themenfelder waren Erziehung und Unterricht.
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