Die Masse und ihre Aktion
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Die Masse und ihre Aktion

Ein Beitrag zur Soziologie der Revolutionen

Theodor Geiger

Geistes-, Sozial- & Kulturwissenschaften

Hardcover

260 Seiten

ISBN-13: 9783966625791

Verlag: Boer

Erscheinungsdatum: 05.05.2026

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Klassiker der Soziologie, Gesellschaft und Massenbewegung, Revolution und Masse, soziale Theorien, Exilwissenschaftler

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So ergab sich von selbst, daß eine Arbeit über die Masse in breiten Teilen kritisch-polemisch gehalten sein mußte. Dieser mühseligen aber dankbaren Arbeit unterziehen wir uns im ersten Buch und im Anhang. Der produktive Teil der Untersuchungen mußte sich um drei Aufgaben bemühen: um den soziologischen Massenbegriff; um das Wesen der Masse im soziologischen Sinn und ihren Ursprung; endlich um die Funktionen der Masse im sozialen Organismus. Dabei wurde alsbald klar, daß ein soziologischer Massenbegriff nur im Zusammenhang mit dem Revolutions-Phänomen begründbar ist. Es hätte daraufhin nahegelegen, den Plan des Buchs zu ändern und eine Soziologie der Revolution zu schreiben, in der dem Massenproblem ein Kapitel zu widmen gewesen wäre. Dennoch haben wir uns entschlossen, es zunächst bei einer Monographie über die Masse bewenden zu lassen, aus der Soziologie der Revolution aber skizzenhaft gerade soviel zu geben, als notwendig ist, um der Masse ihren soziologischen Ort anzuweisen ... Nur so konnte auf die Belastung des Buchs mit historischen Details und ihrer soziologischen Würdigung verzichtet werden. [Der Autor im Vorwort]
Theodor Geiger

Theodor Geiger

Theodor Geiger (1891-1952), dänischer Soziologe deutscher Herkunft. Geiger wird zu den Klassikern der Soziologie gezählt. Geiger wuchs in Landshut auf, wo er auch sein Abitur ablegte. Ab 1910 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in München, später in Würzburg. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Freiwilliger teil und war von August 1914 bis Dezember 1918 Soldat. Während des Krieges arbeitete er an einer juristischen Dissertation zum Thema Strafvollzug. Noch als Soldat wurde er 1918 von der Universität Würzburg zum Doktor der Rechtswissenschaft promoviert. Anschließend arbeitete er bis 1920 als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Statistischen Landesamt in München, danach verlegte er seinen Wohnsitz nach Berlin, wo er Mitglied der SPD wurde. Er arbeitete an der damals neuen Volkshochschule von Groß-Berlin, wo er später als Dozent und ab 1924 als Geschäftsführer wirkte. Geiger lehrte ab 1924 an der Technischen Hochschule Braunschweig, 1929 wurde er dort ordentlicher Professor der Soziologie, zu jener Zeit die erste sozialwissenschaftliche Professur dieser Hochschule. Bahnbrechend wurden Geigers Studien zur sozialen Schichtung der späten Weimarer Republik. Nach der Machtübergabe an Hitler emigrierte Geiger und kam so der staatlich angeordneten Entlassung zuvor. Bis 1943 lebte er in Dänemark und nahm die dänische Staatsbürgerschaft an. Geiger sprach Dänisch, Englisch, Französisch, Norwegisch und Schwedisch. Seine akademische Karriere in Dänemark wurde von der Rockefeller Foundation gefördert. Er arbeitete zunächst an der Universität Kopenhagen. Von 1938 bis 1940 lehrte er als Professor an der Universität Aarhus Soziologie. Nach der deutschen Besatzung Dänemarks befand sich Geiger wieder auf der Flucht, ab 1943 lebte er im neutralen Schweden. Er hielt Gastvorlesungen an den Universitäten von Stockholm, Uppsala und Lund. Nach Kriegsende kehrte Theodor Geiger umgehend nach Aarhus zurück und führte seine Lehrtätigkeit weiter. 1949 war er Mitbegründer der »International Sociological Association« (ISA). Seit 1949 war er korrespondierendes Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft. In den Jahren 1951 und 1952 hielt er Gastvorlesungen in Toronto, um dort das Fach Soziologie einzurichten. Auf dem Rückweg nach Dänemark verstarb er auf See. Geigers Schriften befinden sich heute im Theodor Geiger Archiv der TU Braunschweig.

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