Friedrich Horner und Rudolf Müller stell,,en in der Kunstgeschichte einen seltenen Sonderfall dar: Ungefähr gleich alt und beide aus Basel stammend, haben sie von früher Jugend an während etwa dreissig Jahren ohne Unterbruch zusammengearbeitet und auch zusammengelebt, und selbst ihre Malerei war derart ähnlich, dass ihre Bilder oft kaum unterschieden werden können.
Horner wurde im Jahre 1800 geboren und Müller 1802.
Mit diesem Buch liegt nun eine, in dreissig Jahren zusammengetragene Dokumentation ihres Lebens (soweit dies anhand der spärlichen Quellen möglich war), und ihrer individuellen und gemeinsamen Werke vor. In der Schweiz, Bayern, Italien, dem Balkan, in Griechenland und der Türkei haben sie auf damals beschwerlichen Reisen unermüdlich romantische Landschaften, berühmte Bauwerke, Ruinen, Städtchen, aber auch einfach schöne Bäume, Brunnen, Felsen, Wasserfälle, Villen mit ihrem Park malerisch festgehalten. Sie haben existierende Orte gemalt, von denen viele für das Buch örtlich bestimmt werden konnten. Sie waren erfolgreich, indem sie ihre meisterhaften Aquarelle an die reichen Bildungsreisenden aus ganz Europa, und Persönlichkeiten ihrer Heimatstadt Basel verkaufen konnten. Wenn auch einer breiten Öffentlichkeit nicht bekannt, sind viele ihrer Bilder von Sammlern bis heute gesucht und in namhaften Museen, wie der Eremitage in St. Petersburg oder dem Benaki Museum in Athen vertreten. Wenn meine Arbeit dazu beiträgt, dass Horner- und Müller-Bilder besser bekannt, örtlich bestimmt und wissenschaftlich beurteilt werden können, und vor dem Vergessen bewahrt werden, hat sie ihren Zweck erfüllt.
Beim Durchblättern erschliessen sich einem, in kurzer Zeit unwiederbringlich veränderte, wunderschöne, geschichtsträchtige Landschaften. Diese Orte heute zu besuchen, mit dem Wissen, wie sie vor noch nicht allzu langer Zeit aussahen, ist sehr bereichernd, kann aber je nachdem auch recht wehmütig stimmen.
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