Irrsinn in der Geschichte
Diese mehrbändige Buchreihe hat den menschlichen Irrsinn zum Thema und versteht sich als Beitrag zur Geschichte der Psychiatrie und Psychologie.
Band 8: Spezialisierung der Psychiatrie
Der Band beleuchtet die Phase der Ausdifferenzierung und Spezialisierung der Psychiatrie um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, eine Zeit tiefgreifender Umbrüche, neuer Denkmodelle und umstrittener therapeutischer Ansätze. Im Zentrum stehen prägende Figuren und Begründer wichtiger Schulen: Jean Martin Charcot, Hippolyte Bernheim, Josef Breuer, Paul Dubois, Auguste Forel, Iwan Pawlow, Ludwig Binswanger, Emil Kraepelin, Sigmund Freud, Eugen Bleuler, Julius Wagner Jauregg, Pierre Janet, Alfred Adler, António Egas Moniz, Carl Gustav Jung, Karl Jaspers und Ernst Kretschmer.
Ihre Arbeiten eröffnen ein breites Panorama zentraler Themen, die das psychiatrische Denken nachhaltig formten: Hysterie und Neurasthenie, Suggestion und Hypnose, Katharsis und rationale Psychotherapie, Trunksucht und soziale Abweichung, Konditionierung und Lernprozesse, progressive Paralyse und die Einführung der Malariatherapie, Dementia praecox und ihre Neubestimmung als Schizophrenie, Psychosen und Neurosen, die Entstehung von Psychoanalyse, Individualpsychologie und analytischer Psychologie, Fragen der Psychopathologie, die Konstitutionslehre sowie frühe antipsychiatrische Strömungen. Es stellt dar, wie sich aus konkurrierenden biologischen, psychologischen, sozialen und philosophischen Modellen ein zunehmend spezialisiertes, zugleich aber fragmentiertes Fach entwickelte mit Errungenschaften, die ebenso innovativ wie ambivalent waren.
Annex: Medizinische Gewalt in der Psychiatrie
Behandelt werden historisch angewandte, schwerwiegende und riskante psychiatrische Therapieverfahren wie Malariatherapie, Insulinkoma, Cardiazolschock, Elektrokrampftherapie sowie auch psychochirurgische Eingriffe wie die Lobotomie.
Eigene Bewertung schreiben
Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.