Auf fünftausend Metern, im Schatten des Everest, versammelt sich eine kleine, versehrte Gruppe: eine Juristin, ein ehemaliger politischer Gefangener, eine Journalistin, ein tibetischer Lehrer, ein Sherpa, ein Trucker aus West Virginia - und dazu die Abwesenheit derer, die nicht mehr kommen konnten. Sie sind angereist, um über Menschenrechte zu sprechen. Doch in der dünnen Luft des Base Camps verlieren Begriffe ihren Schutz, Gewissheiten ihren Halt, und bald steht nicht mehr die Sprache der Erklärungen im Zentrum, sondern das, was unter ihr liegt: Schuld, Erinnerung, Erschöpfung, Verlust - und die Frage, ob es einen Grund gibt, der tiefer reicht als jedes Papier.
Mit "Dünne Luft. Sieben Schulden und ein Klopfen" hat Likeke ein dichtes, bildstarkes Theaterstück geschrieben, das philosophische Reflexion, existentielle Bedrohung und eine fast mythische Bühnenatmosphäre miteinander verbindet. Zwischen Expeditionszelt, steinernem Unterstand und dem Schweigen des Berges entfaltet sich ein Drama über das, was vom Menschen bleibt, wenn Schutzsysteme versagen, und darüber, ob Würde nur behauptet oder wirklich erfahren werden kann. Ein Stück über Menschenrechte, das nicht beruhigen will, sondern an die Wand klopft.
Unter dem Pseudonym Likeke erscheint ein Autor, der philosophische, gesellschaftliche und literarische Stoffe in eine eigenständige sprachliche Form überführt.
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