Ein Leben lang schuldig. Was kann Psychotherapie?

Ein Leben lang schuldig. Was kann Psychotherapie?

Sabine Breunig

Natur- & Humanwissenschaften

Paperback

188 Seiten

ISBN-13: 9783734786792

Verlag: BoD - Books on Demand

Erscheinungsdatum: 24.04.2015

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Psychotherapie psychotherapeutische Beziehung, sexueller Missbrauch emotionale Vernachlässigung, Posttraumatische Belastungsstörung Trauma, Therapeut Reflexion Zweifel Unsicherheit, Methodenübergreifende Humanistische Therapie

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"Ein wichtiges und mutiges Buch, das Grenzen sprengt, weil es Situationen in der Psychotherapie gibt, die das erfordern..." (Prof. Dr. med. Luise Reddemann)

Frau S. hat mit 15 Jahren ihren Vater umgebracht, ihr wird "Schuldunfähigkeit" attestiert, sie kam in Erziehungsheimen nicht zurecht und verbrachte ihre Jugend im Gefängnis. Eine sogenannte Systemsprengerin. Mit aller Kraft wollte sie eine Familie, wollte sie "dazugehören". Sie hat geheiratet, zwei Kinder bekommen und alles wieder verloren. Schuld und Psychiatrie bestimmten fast ihr ganzes Leben. Mit fast 50 Jahren beginnt sie eine Psychotherapie.

Was kann Psychotherapie? Die Beantwortung dieser Frage ist der zweite Strang dieses Buches. Die Therapeutin lässt sich auf diese Frage ebenso offen und vorbehaltlos ein wie auf die Beziehung zur Klientin. Unsicherheiten und offene Fragen werden benannt und ausgehalten. Anstelle therapeutischer Leitlinien, Heilsversprechungen oder Normen entsteht Raum für den Einzelnen. Die Herausforderung von Beziehung zwischen zwei Menschen in einem psychotherapeutischen Rahmen wird ausgeleuchtet.

Die therapeutische Beziehung ist der dritte und wichtigste Strang dieses Buches. Wie Therapeutin und Klientin um Kontakt ringen um Würde und Selbstbestimmung, wie sie auf den Trümmern der Folgen der erlittenen Traumata, nach sexuellem Missbrauch und emotionaler Vernachlässigung, mit Ängsten vor erneuter Verletzung, den fehlenden Erfahrungen von Wert, Würde und Selbstbestimmung aber leider gut eingeübten Selbsthass etwas Gemeinsames aufbauen, dass wirklich beide Anwesenden berücksichtigt, das wird hautnah, berührend und spannend erzählt.

Die Geschichte berührt und ermutigt sich selbst ehrlich zu fragen, was hindert mich, das zu tun, was ich wirklich will.
Sabine Breunig

Sabine Breunig

Sabine Breunig, geb. 1964, arbeitet seit fast zwanzig Jahren als selbständige Psychotherapeutin in einer Praxisgemeinschaft. Nach dem Psychologiestudium absolvierte sie Aus- und Weiterbildungen u.a. in Gestalttherapie, Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie.

Rezension

Praxis Kommunikation

Februar 2016

(...) Die Lektüre berührt zum einen durch die unglaubliche Lebensgeschichte der Patientin. Und zum anderen durch die Offenheit der Therapeutin, die ihr professionelles Vorgehen ohne Scheu mit all seinen Rückschlägen erklärt. Sabine Breunig zeigt sich als zweifelnder und fehlbarer Mensch und beschreibt am Beispiel ihres „Falles“ grundsätzliche Unsicherheiten ihrer Profession. Das also kann Psychotherapie – wenn die Therapeutin sich mit Liebe, Zuversicht und Vertrauen einbringt.

Deutsches Ärzteblatt

Juli 2016

Exemplarisch und mit einer beispielhaften Offenheit zeichnet die Autorin einen anspruchsvollen therapeutischen Prozess, die als Kind ihren Vater umbrachte und sich in ihrer Suche nach Identität, Selbstbestimmtheit und Flucht vor sexueller Gewalt in Selbstverletzungen, Entmündigung und Ausgegrenztheit wiederfindet. …Das Buch eröffnet (deshalb) die Möglichkeit, sich mit den Unsicherheiten auf Seiten der Therapeuten oder des Patienten aktiv auseinanderzusetzen.

VPP aktuell

Juli 2016

(...)Es ist der erklärte Wunsch der Patientin, mit ihren Erfahrungen anderen zu helfen. Das Buch soll Therapeuten ermutigen, über die Grenzen und Grenzerfahrungen der eigenen Arbeit offener zu sprechen. Frau S. möchte aber vor allem Opfer sexueller Übergriffe dazu ermutigen, den Teufelskreis aus Selbstabwertung, Schuldgefühlen und Scham zu durchbrechen. Sie betont, wie schwer, teilweise unerträglich, der therapeutische Prozess für sie war. Dennoch empfiehlt sie die Erfahrung uneingeschränkt weiter. (...)

Multiperspektivisch

P & S

Oktober 2016

(...)Das Besondere des Buchs ist, dass es aus drei Perspektiven erzählt ist. Aus der Perspektive der Klientin, aus der der Therapeutin und als Reflektion des Therapieverlaufs.(...)
Stoff für ein Drehbuch, das diese Lebenserfahrungen für einen Film aufbereiten könnte.

Ein Leben lang schuldig

Psychiatrienetz

November 2018

(...) Menschen in psychosozialer Ausbildung jeglicher Disziplin erhalten eine Ahnung von der Lebenswelt jener Kinder, denen sie später als erwachsenen Patientinnen, Klientinnen oder Mandantinnen begegnen werden. Es sind ja gerade nicht die Therapeuten, die an der Seite der Schwierigsten bleiben. Dieser Erfahrungsbericht zeigt auf beeindruckende Weise, wie das gehen kann: einem fragilen Menschen Halt geben.

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3D-Ansicht des Produktes (beispielhaft auf Grundlage des Einbandes, Verhältnisse und Details variieren)

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