Erstmals erscheint hier als 2.Band der Reihe In Pulverdampf und Kugelregen die Erinnerungen des Marc Desboeufs in deutscher Sprache, dessen Aufstieg vom Gemeinen zum Capitaine während der Revolutionskriege und später unter Kaiser Napoleon mitverfolgt werden kann. Dabei erzählt der Autor packend vom Leben und das Sterben in den Rängen des Kaisers, diesmal aber auch an einem sonst wenig beschriebenen Schauplatz, den Illyrischen Provinzen in aller Offenheit. Er erlebt, wie er vom Gemeinen durch die Ränge aufsteigt und aufgrund seines Verdientes das Offizierspatent erhält. Als solcher erhält er schließlich den Rang eines Capitaine und wird Kompaniechef. Weiter begleitet der Leser ihn nach Spanien, verfolgt dort das Leben und den täglichen Kampf mit Aufständischen und letztlich bis nach Frankreich, wo er verzweifelt versucht, die Alliierten von seiner Heimat fernzuhalten. Eine außergewöhnlich
Geboren am 25.April 1782 in Elne, wuchs Marc Desboeufs inmitten der blutigen Szenen der Revolution an der Grenze zu den Pyrenäen auf, wo die Übel des Krieges zu den Schrecken des Bürgerkriegs kamen. Als 18-jähriger Soldat war er drei Jahre lang den schlimmsten Schicksalsschlägen ausgesetzt. Caporal unter Masséna an den Ufern der Etsch, Sergent in Dalmatien, Offizier nach Wagram, kehrte er erst nach Frankreich zurück, um die Pyrenäen zu überqueren, wo ihm der Spanische Krieg erlaubte, seine militärischen und seine administrativen Fähigkeiten zu messen. Im Feldzug von 1813 bis 1814 brachte ihn das Vertrauen seiner Anführer in die gefährlichsten Positionen. So bescheiden wie mutig er gewesen war, begnügte er sich mit dem Rang eines Capitaine und ging mit dreißig in den Ruhestand mit einer kleinen Pension. 1815, am 29.November, heiratete er. Seine Stellung als ehemaliger Offizier des Kaiserreichs war für das neue Regime keine Empfehlung, so hielt er sich im Hintergrund und widmete sich ganz seinen familiären Pflichten. In seiner erzwungenen Untätigkeit wollte er sich selbst die Bildung zukommen lassen, die ihm die Unruhe seiner Kindheitsjahre und die Hektik seiner militärischen Jugend nicht ermöglicht hatte. Dazu fehlten ihm weder die Fähigkeiten noch der Geschmack. Sein Aufenthalt in Italien und Spanien hatte ihn mit der italienischen und der spanischen Sprache vertraut gemacht, trotzdem strebte er nach mehr Wissen, sodass er nach einem Überfall, indem er Szenen der Plünderung und des Feuers der Gefahr trotzt, in einer Bibliothek drei oder vier Bände von Dichtern holt: Dante, Tasse, Arioste, Métastase, als ob es für ihn die wertvollste Beute wäre; aus Huesca, Spanien, brachte er ein altes Exemplar von Don Quichotte, das seine Familie treu bewahrt hat. Diese Veranlagung mussten später nur noch kultiviert werden. Nach dem Übergang der französischen Armee 1814 ins Heimatland zurück, war es nun seine Aufgabe als Offizier, den eindringenden Feind zu begegnen und hört doch, dass sein Kaiser, Kriegsherr und Idol im fernen Paris abgedankt hat. In der nun beginnenden Ersten Restauration der Bourbonen und ihrer Anhänger kommt er als Mann, der nur das Marschieren, Kämpfen und Überleben kennt, nicht mehr zurecht und zieht sich mit einer Pension ins Zivilleben zurück, um sich fortan nur noch der Familie und der Erziehung der Kinder zu kümmern, für die er letztlich seine Erinnerungen aufgezeichnet hat.
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