Nach einem Schlaganfall muss Michael wieder sprechen und laufen lernen. Doch merkt er bald: Diese Katastrophe ist nicht nur bitter, sie birgt auch eine schiefe Komik und die unerwartete Chance, die eigene Biografie aus einem ganz neuen Blickwinkel zu betrachten.
Ein poetisch-surrealer Roman über Identität, Verletzlichkeit und das leise Wunder, weiterzuleben.
Aus dem Vorwort: In den vergangenen Monaten habe ich viel Zeit in Betten verbracht. Zusammengekrümmt, stöhnend, desorientiert. Und während ich so dalag und nicht weiter wusste, habe ich, in helleren Momenten, auf mich herabgesehen und mich gefragt: Wer ist dieser Mann, der nur noch aus Zerfall besteht? Ich hatte doch ein warmes, übervolles Leben. Wo ist das alles hin? Was ist davon geblieben? Ich wollte Katja und meinen Sonnenaufgangstöchtern nicht als Trümmerhaufen in Erinnerung bleiben.
Als es dann langsam wieder bergauf ging, begann ich, mich zu erinnern. Alles aufzuschreiben: das Innige und das Verstörende, das Unverschämte und das Hoffende.
Und während des unermüdlichen Schreibens, Streichens und Neuformulierens wurde mir eines klar: Trotz aller Defizite spüre ich inmitten des Chaos einen kugelrunden Frieden.
Zum Buch: In EXPLOSION verweben sich zwei Erzählstränge ineinander. Da ist zum einen der einjährige Krankheitsverlauf: eine Hirnblutung/Schlaganfall, immer neue medizinische Ereignisse und Herausforderungen, ein fortgesetztes Abrutschen, so weit, dass man irgendwann glaubt, das Maß des Erträglichen müsse längst überschritten sein.
Und parallel dazu kehrt der Erzähler zurück zu seinen Wurzeln. In prägende Jugenderinnerungen. In die staunende Zeit an der Schauspielschule. In den beflügelnden, später zunehmend ernüchternden Theateralltag. In das verzweifelte Suchen nach der einen Liebe, die allem einen Sinn verleiht - und schließlich in das Finden der absoluten Lieblingsmenschin.
Familie taucht auf. Geburten. Depression. Alkohol. Offene Beziehung. Alles steht nebeneinander, fällt ineinander, hält sich fest oder rutscht weg und bildet gemeinsam dieses Leben, das gleichzeitig zerbricht und neu zusammengesetzt wird.
Michael Sommer. Geboren 1967 in Hamburg. Die Prägung: Marzipan und Elbe. Ein süßer Start in ein Leben, das sich weigerte, linear zu verlaufen. Michael Sommer ist Schauspieler, Regisseur, Demokrat. Und: seit Kurzem Überlebender. Einer, der heute noch ungläubig davorsteht und staunt, welche Wendungen und Intensitäten in ein einziges Schicksal passen.
Er pendelt. Rhein-Main-Rauschen gegen die unberührte Einsamkeit des spanischen Hinterlands. Dort wird das Dasein auf seinen Brennwert reduziert: das Lagerfeuer als einzige verlässliche Antwort auf die Nacht. Und die Gewissheit, dass ein Leben ohne Hund zwar theoretisch möglich ist, aber eben absolut keinen Sinn ergibt.
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