Gaetano Donizettis Messa di Requiem, geschaffen als Reaktion auf den unerwarteten Tod des nicht einmal 34jährigen Vincenzo Bellini im September 1835, ist ein Meisterwerk der italienischen Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts. Im Vergleich zu Rossinis Stabat mater und Petite Messe solennelle, der von Verdi initiierten Messa per Rossini oder dessen eigener Messa da Requiem etwa ist jene Totenmesse freilich recht wenig bekannt, was den unglücklichen Umständen ihrer Entstehung und Rezeption geschuldet sein dürfte. Die 2023 von Guido Johannes Joerg beim Carus-Verlag, Stuttgart vorgelegte Neuausgabe bietet beste Voraussetzungen für eine verstärkte Rezeption, die dem Meisterwerk der Gattung auch gerecht wird. Sie erlaubt einen unverstellten Blick auf das Original von 1835 - befreit von den Anhaftungen und Abschleifungen anderer Zeiten. Das vorliegende Buch fasst die Informationen zu Entstehung, Geschick und Rezeption der dringend wiederzuentdeckenden Komposition ausführlicher zusammen, als es im Vorwort zur Partitur jener Neuausgabe möglich war. Donizettis Messa di Requiem verdient erheblich mehr Würdigung im Werkverzeichnis des Komponisten, eine wesentlich breitere Rezeption im Musikbetrieb unserer Epoche, in Italien, Europa und international, als ihm bislang zugestanden wurde.
Guido Johannes Joerg, Musikwissenschaftler. Studium an der Universität zu Köln; M. A. mit einer Arbeit über Rossinis Kantaten. Probleme ihrer Überlieferung. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fondazione Gioachino Rossini und des Rossini Opera Festival in Pesaro. Dramaturg am Stadttheater Bremerhaven; Projektleiter für Oper und Musik bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen; Chefredakteur des Bielefelder Katalog Klassik. Herausgeber von Musikeditionen (zahlreiche Erstausgaben), darunter Rossinis Le nozze di Teti, e di Peleo (1993), Guido Tacchinardis Requiem a Rossini (2014), Teodulo Mabellinis Grande Messa di Requiem (2018), Marco Enrico Bossis Missa pro defunctis op. 83 (2019) oder Donizettis Messa di Requiem (2023). Verfasser von Kanone, Kanon & Pseudokanon - Kanone (cannone), Kanon (canone) und Pseudokanon (falso canone) bei Rossini, Beethoven, Salieri und Konsorten (odiug noitide 004, 2025).
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