Der "Grazer Zirkel für asystematische Federstriche" ist ein interdisziplinäres Buchprojekt, in dem Schreibende und Bildschaffende in freien, asystematischen Beiträgen Text und Illustration zusammenführen. Es ist eine Sammlung von Fragmenten, Erzählungen, Stimmungsbildern und grafischer Visionen, die sich unter einer gemeinsamen ästhetischen Prämisse vereinen: der Unruhe, der Dunkelheit, dem Dazwischen. Der Band versammelt gezeichnete, gemalte und ebenso Ki-gestützte Bildwelten, kombiniert mit Texten, die sich zwischen spekulativer Fiktion, allegorischem Horror, grotesker Provinzerzählung und dystopischer Kritik bewegen. Ein Gynoid maschinellen Bewusstseins durchlebt eine gewaltvolle Fleischlichkeit; ein Anthropologe dringt in ein steirisches Höhlensystem voller archaischer Schrecken; Rabenwesen kämpfen in Arenen um ihre Existenz als Hauptfigur der Geschichte; ein geheimnisvoller Hutmacher infiziert ein Dorf mit dämonischer Ordnung. Die Texte greifen auf Genre-Motive zurück (Horror, Sci-Fi, Dark Fantasy), um gegenwärtige Entfremdungen, Machtstrukturen und Identitätsfragen neu zu codieren. Aus unverarbeitetem Schmerz rauscht der Edding über Papier, tanzt der Pinsel nach dem Sonnenuntergang über den Zeichenblock oder lernt die Acrylfarbe ihre Leinwand in einer Garagenkunstsession erspüren. So ist auch jede Zeichnung eine Geschichte unter den Geschichten. Stilistisch changieren die Beiträge zwischen nüchterner Dokumentation, poetischer Verdichtung, innerem Monolog, Dialogfragmenten und expressionistischen Sprachbildern. Der Zirkel lotet aus, was passiert, wenn unterschiedliche Stimmen zusammengeführt werden: Als Kontrast, Widerhall oder Störung, die zu einem fließenden Ganzen zusammenfinden, das füreinander konzipiert wirkt. Die vorliegenden Seiten verstehen sich als Auftakt einer fortlaufenden Reihe. Die erste Offenlegung dokumentiert einen ästhetischen Aufbruch: kompromisslos, jenseits des Mainstreams, außerhalb klassischer Marktlogiken. Ihre Sprachen sind Deutsch, Englisch und eine ausdrucksstarke Bildsprache. In einer Zeit, in der Kategorisierungen dominieren, ist dieses Projekt eine Einladung zur literarischen und künstlerischen Unschärfe.
Ein Wesen, das sich durch die zeichnende Kunst mit dem Außen verständigt und sich durch geschriebene Kunst reinschauen lässt in einen zerrissenen Kopf der manchmal am Ende der Existenzkraft tänzelt. Ein Wesen mit wallendem rötlichen Haar, blitzenden Katzenaugen und tiefrotem Blut fließend in einem zum Himmelhoch ragenden Körper.
Valeska Csar
Writing girl shrouded in mystery, based in Graz, Austria. Du musst meinen Namen nicht aussprechen können. Bisherige Werke umfassen "Mädchenstimmen. Gesammelte frühe Werke" und "Der Seelenwunsch des Roboters".
Sarah Black
Bildschaffende Künstlerin aus Graz, Österreich, deren eigentliche Heimat die Finsternis ist.
Dominik Rath (Hrsg.)
Herausgeber, Podcaster, Vorleser, Geschichtenerzähler. Da um die Welt zu retten.
Lukas Alexander Hödl (Hrsg.)
Autor, Herausgeber, Mystiker und Game Developer von "Secret of Dawnstone".
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