Muhammad Sameer Murtaza lädt ein zu einer philosophischen Einführung in den Islam - orientiert an der ursprünglichen islamischen Botschaft, verständlich für moderne Menschen, kritisch gegenüber jeglicher Literalisierung, Ideologisierung, Liberalisierung und simpler Barmherzigkeitstheologie. Vielmehr handelt es sich um eine auf der islamischen Ur-Kunde, dem Quran basierende Darstellung des Islam, die sich ferner auf die große Tradition islamischer Gelehrsamkeit, Philosophie und Mystik stützt mit Blick auf den Menschen von heute. Eine unbequeme und unzeitgemäße philosophische Reflektion, die Zeitgenossen eine ernst zu nehmende Interpretation des Islam liefert und damit einen bescheidenen Beitrag zur Aktualisierung des religiösen Wissens im Islam leistet und zugleich ganz im Sinne des Projektes Weltethos ein Gesprächsangebot an die anderen Weltreligionen ist..
Muhammad Sameer Murtaza ist Islam- und Politikwissenschaftler bei der Stiftung Weltethos, wo er zu Gegenwartsströmungen im Islam, islamischer Philosophie, Gewaltlosigkeit im Islam und Islam und Weltethos forscht.
Murtaza sieht zwar die Vorzüge einer so begründeten „intellektuell demütigen Theologie des Schweigens“ (S. 96), hält es aber für schwer, sie zu praktizieren. Bemerkenswert ist Murtaza`s Einsicht, daß die Vorstellung eines totalen Determinismus nicht nur Unfreiheit des Menschen, sondern auch Gottes bedeutet (S. 110). Das Problem der Vorherbestimmung glaubt Murtaza zu lösen, indem er unterstellt, daß Gott zwar alle Wahlmöglichkeiten hat, die Auswahl daraus aber nicht bestimmt (S. 111). Doch nimmt er dies auf der folgenden Seite wieder zurückt. Dort liest man: „Der Mensch hat eine Entscheidungsfreiheit in den von Gott geschaffenen Wahlmöglichkeiten, doch die Realisierung der Wahl hängt wiederum einzig und allein von Gottes Willen ab...“ (S. 112).
Islam. Eine philosophische Einführung und mehr...
islam.deJuli 2016
Murtaza sieht zwar die Vorzüge einer so begründeten „intellektuell demütigen Theologie des Schweigens“ (S. 96), hält es aber für schwer, sie zu praktizieren. Bemerkenswert ist Murtaza`s Einsicht, daß die Vorstellung eines totalen Determinismus nicht nur Unfreiheit des Menschen, sondern auch Gottes bedeutet (S. 110). Das Problem der Vorherbestimmung glaubt Murtaza zu lösen, indem er unterstellt, daß Gott zwar alle Wahlmöglichkeiten hat, die Auswahl daraus aber nicht bestimmt (S. 111). Doch nimmt er dies auf der folgenden Seite wieder zurückt. Dort liest man: „Der Mensch hat eine Entscheidungsfreiheit in den von Gott geschaffenen Wahlmöglichkeiten, doch die Realisierung der Wahl hängt wiederum einzig und allein von Gottes Willen ab...“ (S. 112).