Julien Gracq gilt in Deutschland noch immer als Geheimtipp, während er in Frankreich zu den wichtigsten Autoren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt. 1910 geboren und 2007 gestorben, ist er unter anderem ein wichtiger Zeitzeuge. Seine Ablehnung des Prix Goncourt macht den herausragenden Stilisten schlagartig berühmt, die Aufnahme seines Gesamtwerks in die Bibliothèque de la Pléiade zu Lebzeiten, was äußerst selten geschieht, bedeutet für ihn quasi den Ritterschlag. Gracq wird in seinen Anfängen vom Surrealismus beeinflusst und befreundet sich mit André Breton. Trotzdem geht er sein Leben lang einen eigenen Weg und verweigert sich dem Literaturbetrieb.
Der vorliegende Band liest die Werke Julien Gracqs genau und erzählt vom Erzählen eines großen Autors, den es zu entdecken lohnt. Außerdem hält er die erste deutschsprachige Kurzbiografie Gracqs bereit.
Jürgen Glocker, Dr. phil., lebt im Südschwarzwald. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Literatur und Kunst. Zuletzt sind erschienen: Honoré de Balzacs Universum oder: Wie man einen Menschen liest. Heidelberg 2024; Das amputierte Reich oder Die schönen Beine der Mary K. Anmerkungen zu Doderers »Strudlhofstiege«, in: Sinn und Form 2021
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