Einst regierten Frauen diese Welt - und unterdrückten die Männer. Dann schlug das Pendel in die entgegengesetzte Richtung.
Seit der Revolution herrschen Männer über das Reich - brutal, fanatisch und überzeugt von ihrer eigenen göttlichen Ordnung.
Der Schwarze Orden und seine Handlanger verbrannten über Jahrtausende hinweg Frauen als Ketzerinnen, sobald sie begannen, Fragen zu stellen.
Heute ist vom Orden jedoch nur noch ein Schatten seiner selbst geblieben.
Korruption, Machtmissbrauch und interne Machtkämpfe haben tiefe Spuren hinterlassen.
Die Revolution hat gesiegt. Und nun frisst sie ihre Kinder.
In einem letzten verzweifelten Versuch beginnt die Priesterschaft damit, Nachwuchs auszubilden - ohne zu begreifen, wen sie damit in ihre Reihen holen.
Denn einer der Anwärter hat kein Interesse an Propaganda, Ritualen oder leeren Versprechungen.
Das Feuer der Wahrheit wird brennen.
Aber nicht so, wie der Schwarze Orden es erwartet.
Malte Thießen, Jahrgang 1989, schreibt seit vielen Jahren - lange Zeit jedoch mit dem Gefühl, dass seine Ideen besser waren als ihre Umsetzung. Seine ersten Projekte waren Sachbücher zur Mathematik der Oberstufe: strukturiert, logisch, kontrolliert. Genau diese Kontrolle stand ihm erzählerisch oft im Weg. Über Jahre hinweg überarbeitete, verwarf und schrieb er neu - auf der Suche nach einem Stil, der seinen Ansprüchen genügte. Heute entstehen daraus Geschichten, die bewusst mit Ordnung, Moral und Macht brechen. Seine Werke sind geprägt von einer klaren, analytischen Sprache und einem Blick auf die Welt, der selten zufriedenstellt - und genau deshalb weitererzählt werden muss. Wenn er nicht schreibt, arbeitet er in einer deutschen Behörde am Rande des Teutoburger Waldes.
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