Schlagworte: englischer Klassiker, Legenden um König Arthur und die Ritter der Tafelrunde, Illustrierter Klassiker, Großes Epos, Abenteuer und Liebesdramen
Die Königsidyllen erschienen im Jahre 1859. In ihrer Gesamtheit bilden die Königsidyllen ein Werk, auf das die englische Nation mit Recht stolz ist. Die alte Masse der Arthussage behandelte Tennyson wie einst Homer die Mythen der klassischen Zeit: er verschmolz sie in ein harmonisches Ganzes, vereinte epische Hoheit mit dramatischem Leben. Ein anziehendes Bild der Ritterzeit entrollt sich vor uns: hier herrscht Liebe, höfische Anmut, Lehnstreue und unverfälschter Christensinn. Arthur ein edlerer Agamemnon, Lancelot ein anderer Achilles, Ginevra eine germanische Helena sind die Hauptpersonen; neben ihnen die anziehenden Heldengestalten der Tafelrunde. Die erste Idylle, Enid, erinnert an Hartmann von Aues Erec; der Held heißt hier Geraint, die Heldin ist eine nordische Griseldis. An poetischem Gehalt der Enid nachstehend, entschädigt uns Vivien durch munteres Tempo und neckische Motive. Die stereotypisch gleichen Wendungen zu Beginn neuer Redeabsätze erinnern lebhaft an Homer. Die dritte Idylle erzählt von der unglücklichen Liebe der Lilienmaid Elaine. Neben dieser Fabel tritt jedoch die zweite, die als roter Faden die ganze Dichtung durchzieht, greifbar hervor: die ehebrecherische Neigung der Königin Guinevere zu Lancelot. Die tragischen Folgen dieses Verhältnisses und der Königin Buße schildert die letzte und schönste Idylle, Guinevere.
Alfred Tennyson (1809-1892) britischer Dichter des Viktorianischen Zeitalters. Zwischen 1828 und 1830 studierte Tennyson in Cambridge am Trinity College, beendete aber sein Studium nicht. Als Student wurde Tennyson für ein Gedicht die »Chancellor's medal for English verse« verliehen. Im Sommer 1830 reiste Tennyson mit Arthur Henry Hallam durch Frankreich in die Pyrenäen. Sie wollten Revolutionären, welche sich gegen die spanische Monarchie erhoben, einen im Vereinigten Königreich gesammelten Geldbetrag überbringen. Als im März 1831 sein Vater starb, verließ Tennyson sofort die Universität, um seiner Mutter beizustehen. Am 1. Juni 1850 veröffentlichte Tennyson In Memoriam , eine elegische Klage auf den Tod seines Freundes Arthur Hallam, an der er siebzehn Jahre lang gearbeitet hatte. Mit diesem Gedicht schaffte er den Durchbruch; die Kritik war überwältigend. 1854 schrieb er das berühmte Gedicht »The Charge of the Light Brigade« zum Gedenken an den tapferen, blutigen und verlustreichen Angriff der britischen Kavalleriebrigade im Oktober 1854 auf eine russische Artilleriestellung während des Krimkrieg in der Schlacht von Balaklawa. 1864 wurde er Ehrenmitglied (Honorary Fellow ) der Royal Society of Edinburgh und 1865 Mitglied (Fellow) der Royal Society of London. 1875 wurde Tennyson in die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique und 1876 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 1884 wurde er als Baron Tennyson zum Peer erhoben. Damit stand ihm auch ein Sitz im House of Lords zu. Eine Umfrage in dieser Zeit ermittelte, daß Tennyson neben Königin Victoria und Premierminister William Gladstone der bekannteste Brite war. Alfred Tennyson erkrankte im Frühling 1892 an einer hartnäckigen Grippe, an der er am 6. Oktober 1892 starb. Seine Gedichte thematisierten oft die englische Mythologie (z. B. die Artussage in »Idylls of the King« 1859) und Geschichte (The charge of the Light Brigade) und boten somit inhaltlich verschiedenste Vorlagen für die viktorianischen Kunstbewegungen des 19. Jahrhunderts.
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