Das Spiel setzte die ganze Phantasie frei, weckte die Leidenschaften, die Aggressivität, überschäumende Freude. Fußball war schlichte Ekstase. Ich kann mich noch erinnern, welches Glücksgefühl es jedes Mal bedeutete, wenn endlich die Fron der Schule hinter einem lag und es auf den Bolzplatz ging. Schule, das war gleichbedeutend mit Disziplin, Stillsitzen, Fremdbestimmung und meistens Langeweile; Fußball, das war die Gegenwelt. Endlich kamen die eigenen Fähigkeiten zur Geltung: Eigenschaften wie Geschicklichkeit, Phantasie und Raffinesse waren gefragt. Und vor allem: die Chance auf unmittelbare Erfolgserlebnisse und Anerkennung. Ja, man kann sagen: Fußball war die Anerkennungsquelle schlechthin; die Schule war es jedenfalls nicht.
Joke Frerichs; Jahrgang 1945; 8 Jahre Volksschule; Lehre bei der Stadt Emden; Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg; Studium der Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaft und Germanistik; Dr. rer. pol.; langjährige Berufstätigkeit im sozialwissenschaftlichen Feld; seit 2000 als freier Autor tätig. Zahlreiche Veröffentlichungen auf den Gebieten sozialwissenschaftlicher Fachliteratur und im literarischen Feld (Romane, Gedichte, Essays). Lebt und arbeitet in Köln und Wilhelmshaven.
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