Medea kehrt nach dem Studium frisch verliebt in ihre Heimat Abchasien zurück. Doch ihr neues Leben als junge Erwachsene wird jäh unterbrochen, als ein Krieg ausbricht. Die Front verläuft nahe ihres Hauses, und ihre Brüder sowie ihr Geliebter kämpfen auf abchasischer Seite. In der Nähe erlebt der Georgier Gia in seinem Mandarinenhain den Zusammenbruch seiner Welt, in der Nationalitäten bisher keine Rolle spielten. Er hat sich und sein Leben fast aufgegeben, als er ein verlorenes Kind findet. Sasa aus Tbilisi träumt davon, Architektur zu studieren, wie sein abwesender Vater. Doch im Überschwang der nationalen Wiedergeburt beschließt er, für das junge Georgien zu kämpfen. Der Roman "... mit den Lebenden wie mit den Toten" zeigt, wie der Krieg in das Leben Einzelner eindringt und was er auf beiden Seiten der Konfliktlinie mit den Menschen und ihren Beziehungen macht. Die Figuren erleben den Zusammenbruch der Sowjetunion, den georgisch-abchasischen Krieg 1992-1993 und seine Folgen bis in die 2010er-Jahre. Inspiriert von Erinnerungen und Erzählungen gibt die Autorin den Stimmen beider Seiten Raum und lässt Leserinnen und Leser tief in die menschlichen Schicksale eintauchen.
Dr. Andrea Zemskov-Züge wurde 1971 in Wiesbaden geboren. Sie ist Historikerin und Slawistin und arbeitet seit 2000 in der zivilgesellschaftlichen Konfliktbearbeitung. In zahlreichen Projekten hat sie gemeinsam mit verschiedenen Projektteams lebensgeschichtliche Interviews mit Veteranen, Binnenflüchtlingen und Angehörigen Gefallener gesammelt und Dialogmethoden zur Aufarbeitung von Kriegsvergangenheiten entwickelt. Sie bereiste Georgien und Abchasien mehr als zwanzigmal. In ihrer Forschung und ihrem Schreiben beschäftigt sie sich mit Erinnerung, Konflikt und den Spuren von Krieg. "...mit den Lebenden, wie mit den Toten" ist ihr erster Roman.
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