Schlagworte: das Mysterium Gottes, Theosophie und christliche Mystik bei Jakob Böhme, Trost gegen Depression und teuflische Beeinflussung, der Mensch als Gegenüber Gottes versus Tiermensch, Lichtwelt, Feuerwelt, Materiewelt
Aus Anlaß des 450. Geburtstages von Jakob Böhme im Jubiläumsjahr 2025 werden in diesem weiteren Sammelband sechs kleinere Schriften präsentiert. Schwerpunkte sind dabei:
- Das Mysterium Gottes wird als ewigwährender Wille und Anfang ohne Grund, also als "Ungrund", beschrieben
- Der Mensch ist ein wahres Gleichnis nach Gott und wurde zu einem Gegenüber des göttlichen Willens geschaffen
- Der Mensch trägt in seinem Wesen drei Welten in sich: die finstere Welt oder Feuerwelt, die Lichtwelt und die Materiewelt. Wohin sich sein Wille wendet, dieser Welt gehört er an
- Analog trägt dieser Planet zwei Arten von Menschen: den wahren Menschen, dessen Seele sich in Demut der Lichtwelt zuwendet und den Tiermenschen, der dem Äußeren nach als Mensch erscheint, aber im Inneren ein reißendes Tier ist
- Die Abkehr von Gott und die Hinwendung in den eigenen Willen ist die Ursache für die Entstehung Babels, das jetzt seinem Untergang entgegengeht
Berührend ist insbesondere die "Trostschrift", die an die Worte Christi erinnert, er werde seinen "Geist der Wahrheit" als seinen Trost senden (Joh. 14, 16-17). Es werden vier menschliche Charaktertypen dargestellt, nach denen man sich selbst einordnen kann. Vor allem gegen Depressionen und Angst dient Christus quasi als "Universalheilmittel", was zu allen Zeiten eingesetzt werden kann, um diese Zustände zu überwinden.
Jakob Böhme (1575-1624) gilt in der deutschen Geschichte für die einen als Verfasser mystischer, geheimnisvoller Schriften, für die anderen als "Vater der deutschen Philosophie" - "Philosophus Teutonicus" wurde er zuerst von seinem Freund Dr. Balthasar Walter genannt. Wie war das möglich oder wie kam es dazu, zumal er als ganz normaler Handwerker den Beruf eines Schuhmachers ausgeübt hatte? Seine Schriften waren allerdings bereits damals sehr schwer verständlich. Der Philosoph Friedrich Hegel (1770-1831) stellte dies zutreffend durch die besondere barocke Ausdrucksweise Böhmes in Verbindung mit einem deutsch-lateinischen Sprachgemisch fest. Wenn man allerdings die Werke ganz im Sinne Hegels - nämlich die Gedanken hinter den Buchstaben zu erkennen - interpretierend übersetzt, tritt ein literarischer Schatz ans Tageslicht. Jakob Böhme entpuppt sich als sprachgewaltiger Autodidakt, der - wie viele moderne Menschen - zutiefst depressiv über die Zustände der damaligen Zeit auf der Suche nach dem Sinn des Daseins war und als Antwort eine Offenbarung riesigen Ausmaßes erhielt (Aurora 19, 12-13):
"12. Was aber hier für ein Triumphieren im Geiste gewesen ist, kann ich nicht beschreiben oder darüber reden ... 13. In diesem Lichte hat mein Geist alsbald durch alles gesehen und an allen Kreaturen, sowohl an Kraut und Gras, Gott erkannt, wer Er ist und wie Er ist und was Sein Wille ist."
Der Leser kann nunmehr erstmals nach 400 Jahren an den faszinierenden Erkenntnissen und Visionen eines Menschen teilnehmen, in dessen normalen Alltag als Handwerker und Familienvater ein paranormales Phänomen hereinbricht und grundlegend verändert: Beginnend mit seinem Erstlingswerk "Aurora oder Morgenröte im Aufgang" 1612 verfasst er von 1619 bis zu seinem Tode 1624 sieben weitere Bücher, 18 kleinere Schriften und unzählige Sendbriefe an seinen Leserkreis. Jakob Böhme hat prophezeit, dass eine Zeit kommen wird, in der seine Schriften wohl dienen werden. Der Leser möge selbst entscheiden, ob diese Zeit jetzt gekommen ist!
Karin Herta Weber (Hrsg.)
Karin Herta Weber war nach ihrer Universitätsausbildung zur Historikerin (M.A.) jahrelang als Fachredakteurin in der freien Wirtschaft tätig, zuletzt seit 20 Jahren in einem namhaften deutschen Großkonzern für Medizintechnik. In ihrer Freizeit galt ihr besonderes Interesse den zeithistorischen Entwicklungen, aber auch bestimmten kulturell-religiösen Aspekten und geistigen Phänomenen in der deutschen Geschichte, die durch das Christentum fundamental geprägt ist. Dadurch stieß sie auf Jakob Böhme und seine Werke, die bis heute ein historisches Schattendasein führen. Sie begann quasi als Hobby, seine Schriften sukzessive interpretierend zu übersetzen. Damit treten nunmehr die Visionen eines Menschen ans Tageslicht, der aus der Christusweisheit geschrieben hat und Jakob Böhme als großen Christuspropheten erscheinen lassen.
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