Schlagworte: Biografische Erzählung, Geschichten aus Kindheit und früher Jungend, Fünfziger und sechziger Jahre in der damaligen DDR, Leben in einem kleinen Thüringer Dorf, Vielschichtiger Blickwinkel eines Heranwachsenden
Bezogen auf die Tierwelt ist die Rede von "Nestflucht" oder auch "flügge sein", wenn der Nachwuchs das angestammte Nest verlassen kann. Von der Evolution vorgegeben, bleibt ein solcher Schritt unausweichlich. Nun haben wir Menschen zwar andere Zeiträume, aber eine "Nestflucht" kennen wir auch ... In diesem Buch kehrt der Autor in seine Kindheit und frühe Jugend in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der damaligen DDR zurück und beschreibt in kurzen, oft humorvollen Geschichten und Episoden erste Schritte seiner eigenen kleinen "Nestflucht". Aus dem Blickwinkel eines heranwachsenden Kindes wird ein facettenreiches, aber auch authentisches Bild des Lebens in einem kleinen Thüringer Dorf gezeichnet. Der Autor erzählt auf amüsante Weise von den damaligen Lebensumständen und damit selbst erlebter Geschichte, die in unserer heutigen turbulenten Zeit immer weniger vorstellbar wird. Neben der Schilderung der einfachen familiären Verhältnisse im "kleinen Haus am Wald" spielen frühkindliche Bezugspersonen, wie seine "Daddi", aber auch der ungezwungene Freiraum für alle Arten von Streichen keine unwichtige Rolle. Ebenso die ersten Jahre in der Schule, die mit Zwei-Klassen-Unterricht auf quietschenden Schulbänken aus der Vorkriegszeit begannen und sogar feuchte "Giftzettel" hervorbrachten. Seine Zeit in der Schule bezeichnet der Autor ironischerweise als ein "ewiges Hamsterrad" und wirft zugleich auch einen satirischen Blick auf die politische Einflussnahme im damaligen Schulsystem der DDR, mit Pioniernachmittagen, Maidemonstrationen oder Jugendweihen, die selbstverständlich nicht unkommentiert bleiben. Da das Leben eines Heranwachsenden auch damals nicht nur aus Schule bestand, widmet sich der Autor in seinen Geschichten den Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in seinem Dorf, in der unter anderem das örtliche Freibad einen breiten Raum einnahm. Besonderes Augenmerk richtet er auch auf seine sportlichen Ambitionen im Skispringen und Radfahren, die durch einen schweren Radunfall im Alter von 13 Jahren ein abruptes Ende fanden. Da sich bekanntlich mit den ersten Schritten ins Jugendalter nicht nur Stimmlagen, sondern auch Stimmungslagen verändern, werden auch seine frühpubertären Konflikte im eigenen Elternhaus, nicht ausgespart. Das Buch endet mit dem Wechsel zur Erweiterten Oberschule, und damit der nächste Stufe seiner "Nestflucht".
F. Michael Ziegler wurde im April 1954 in einem kleinen Thüringer Dorf im damaligen Kreis Eisenach geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Fakultät Elektrotechnik der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt, der heutigen Technischen Universität Chemnitz. 1976 beendete er sein Studium als Diplom-Ingenieur für Informationstechnik. In diesem Fachgebiet folgten Berufsjahre in Betrieben der damaligen DDR. Mit der politischen Wende 1989 kam seine fachliche Spezialisierung auf Bauinformatik. Ende 2002 promovierte er in diesem Fachgebiet an der Bauhaus Universität Weimar. Bis zu seinem Ruhestand 2020 war er in einem großen internationalen Bauunternehmen in leitender Tätigkeit und blieb dort bis 2024 beratend aktiv. Nach seinem interessanten Berufsleben als Ingenieur mit unzähligen fachlichen Herausforderungen, folgte die neue, völlig andere Herausforderung, sich dem Schreiben zuzuwenden. Mit der Erzählung "NESTFLUCHT" ist seine erste belletristische Publikation erschienen.
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