2028. Eine Hütte im Hochgebirge. Nachdem sich Frank beim Bier verquatscht hat, strengen Rosemarie, Günther, Kaspar und Baby sofort einen Spontanen Nachbarschaftsprozess gegen ihn an: Frank ist früher Auto gefahren, er hat die Umwelt zerstört, diese Zerstörung zog Todesfälle nach sich, jetzt soll er die Verantwortung dafür übernehmen: „Sie haben von den Folgen Ihres Handelns gewusst. Die Anklage lautet auf Mord.“
Was anfangs noch wie ein Gesellschaftsspiel aussieht, wird mehr und mehr von externen Mächten manipuliert – bis schließlich sogar der Präsident der Neuen Glorreichen Demokratie auftritt. Ein Video des Prozesses soll seine Herrschaft für alle Zeiten legitimieren.
Nachdem das Urteil verlesen wird, und der Präsident mit seinem Stab wieder abzieht, erfreuen sich die anderen bei einer kleinen Orgie der wieder gewonnen Freiheiten. Am nächsten Tag geht die Welt unter.
Mit ihrer Science-Fiction-Öko-Farce weisen Philipp Catterfeld und Alban Knecht auf ein grundlegendes moralisches Problem unserer Zeit hin: Wir wissen, dass wir die Umwelt zerstören. Wir wissen, dass diese Zerstörung Menschen schadet und sie sogar tötet. Aber wir ändern unser Verhalten nicht.
Philipp Catterfeld (1967) studierte Soziologie, Psychologie, Philosophie sowie Theater-, Film- und Fernsehkritik. Er arbeitet als Barmann und Journalist.
Alban Knecht (1968) studierte Volkswirtschaft, Sozialpädagogik und Soziologie. Der Geschäftsführer einer mittelständische Firma promoviert über Lebensqualitätskonzepte.
Catterfeld und Knecht beschreiben die Problematik der Umweltbewegung auf wenigen Seiten sehr genau. Als Theaterstück konzipiert, schildert der Prozess die Zweischneidigkeit der oft so ideologischen Aussagen, mit dem Hintergrund, dass die selbsternannten Moralapostel ebenso in ihre Autos steigen und per Flugzug in den Urlaub reisen. Dabei gelingt es ihnen, die 'Moral der Geschichte' einerseits relativ eindeutig zu gestalten und andererseits das Ganze in ein ironisches und sarkastisches Paket zu schnüren. Bemerkens- und empfehlenswert.
Ökodation 2028
fictionfantasy.deAugust 2008
Catterfeld und Knecht beschreiben die Problematik der Umweltbewegung auf wenigen Seiten sehr genau. Als Theaterstück konzipiert, schildert der Prozess die Zweischneidigkeit der oft so ideologischen Aussagen, mit dem Hintergrund, dass die selbsternannten Moralapostel ebenso in ihre Autos steigen und per Flugzug in den Urlaub reisen. Dabei gelingt es ihnen, die 'Moral der Geschichte' einerseits relativ eindeutig zu gestalten und andererseits das Ganze in ein ironisches und sarkastisches Paket zu schnüren.
Bemerkens- und empfehlenswert.