Der Paticcasamuppada ist kein Bericht über den Anfang der Welt. Er beschreibt einen Vorgang, der in jedem Menschen in jedem Augenblick abläuft: Etwas berührt, ein Gefühl entsteht, und im Bruchteil einer Sekunde wird aus dem Gefühl ein Verlangen, aus dem Verlangen ein Ich, das festhält und leidet. Zwischen Gefühl und Verlangen liegt der einzige Ansatzpunkt der ganzen Kette. Wird das Gefühl nur gefühlt und noch nicht zum Gedanken, entsteht kein Anhaften: Das ist der Punkt, an dem die Kette zur Ruhe kommt, und genau dort setzt die Vipassana-Praxis an. Die Formel verlangt keinen Glauben; sie lässt sich an einem einzigen Atemzug prüfen.
Die Ausgabe enthält den vollständigen Rezitationstext, wie er in thailändischen Klöstern rezitiert wird: das Pali in thailändischer Umschrift, das Pali in lateinischer Schrift und eine neue deutsche Übersetzung, mit einer Einführung. Ein zweiter Teil zeigt am thailändischen Alltagswort sati, was es ursprünglich heisst: nicht Beobachtung, sondern Geistesgegenwart.
Der Band vereint vier Arbeiten: «Der direkte Weg», die Lehre in elf Kapiteln vom Bauplan bis zum Alltag, nach den Vorträgen des Waldmönchs Ajahn Jayapanno; die zweisprachige Ausgabe des Rezitationstextes mit einer Tafel der zwölf Glieder; das Studienblatt «Das Rad der Bedingungen» in Farbe; und den Aufsatz «Die Federn des Pfeils» über das Übersetzen nach dem Sinn. Mit einem Register der Pali-Wörter. 52 Seiten.
Daniel Schwörer, geboren 1967 in Zürich, ist unabhängiger Forscher mit den Arbeitsgebieten Theravada-Praxis und Texte in Thai, Pali und der alten Khom-Schrift. Sein Gegenstand ist die Erfahrung selbst, erschlossen durch Jahrzehnte der Praxis und Jahre des Eintauchens in die thailändische Kultur, Sprache und Schrift. Aus dieser Arbeit sind die Übersetzungen (Pali, Thai, Englisch, Deutsch) und die Essays hervorgegangen. Er lebt in Winterthur. Mehr unter schwoererd.com.
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