Polygon 4 2025 umfasst die Krisenjahre 2024 2025 in Deutschland und Europa essayistisch und dokumentarisch. Im Mittelpunkt steht der Zerfall der Ampelkoalition mit Vertrauensfrage, Minderheitsregierung und vorgezogener Bundestagswahl. Der Winter des Machtvakuums beschreibt ein verunsichertes Land zwischen Regierungssturz, Interregnum und Erstarken der extremen Rechten. Olaf Scholz erscheint als fuehrungsschwacher Kanzler, Christian Lindner als treibende Kraft einer Blockadepolitik, Friedrich Merz als machtbewusster Leitkultur Konservativer, der die CDU nach rechts schaerft und die Brandmauer zur AfD aufweicht.
Ein Schwerpunkt rekonstruiert die zentralen Bundestagsdebatten. Innenpolitische Lethargie trifft auf aeussere Bedrohungen durch Russlands Krieg gegen die Ukraine, die erneute Wahl von Donald Trump und den eskalierenden Nahostkonflikt. Der Beitrag zur Ukraine zeichnet Russlands Angriffskrieg, die Zermuerbungsstrategie gegen die Zivilbevoelkerung und die zaehe Unterstuetzung durch Deutschland und Europa nach. Der Text zum Nahostkonflikt fuehrt vom Hamas Massaker am 7 Oktober 2023 ueber Scholz Staatsraeson Rede bis zur umstrittenen israelischen Kriegsfuehrung in Gaza und der wachsenden moralischen Zwickmuehle deutscher Politik.
Zweiter Schwerpunkt ist die Muenchner Sicherheitskonferenz 2025. Die Rede des US Vizepraesidenten J D Vance wird als kultureller Scheidebrief und Beginn eines transatlantischen Kulturkampfs interpretiert. Vance greift Europas Migrationspolitik, Meinungsfreiheit und Institutionen frontal an. Demgegenueber steht die Rede von Bundespraesident Steinmeier, der vor Regellosigkeit, Disruption der Demokratie und der Macht von Tech Eliten warnt und fuer eine regelbasierte Ordnung plaediert. Beide Reden werden vollstaendig dokumentiert. Ein Portrait von J D Vance verfolgt seinen Weg vom prekaeren Hillbilly Jungen im Rust Belt ueber Yale, Bestseller und Venture Capital zum nationalkonservativen Vizepraesidenten.
Abgerundet wird das Heft durch eine grosse kunsthistorische Reportage zur Neuen Sachlichkeit anlaesslich der Mannheimer Jahrhundertjubilaeums Ausstellung. Werke von Beckmann, Dix, Grosz, Schad, Schlichter, Henschel, Lotte Laserstein, Jeanne Mammen und anderen zeigen eine fruehere Krisenepoche zwischen Demokratie, Aufstieg des Autoritarismus und gesellschaftlichem Umbruch. Polygon 4 verbindet so Innenpolitik, Weltpolitik, oekonomische Grundsatzfragen und Kunstgeschichte zu einer dichten Polit Chronik und Debattenplattform.
Dr. Armin König ist Publizist, Verwaltungs- und Politkwissenschaftler, Blogger und Kritiker, Dozent am Zentrum für Lehren und Lernen der Universität des Saarlandes. Lehraufträge in Germanistik/Literatur und Sprache und in Kunst- und Kulturwissenschaften. Bundesweit Vorträge zu Demografie und Stadtentwicklung. König hat Germanistik und Sport studiert, war Redakteur bei der Saarbrücker Zeitung und nach einer Station als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Saarländischen Landtag beim Saarländischen Rundfunk Redakteur. Von 1996 bis August 2023 war er direkt gewählter Bürgermeister im Saarland. 2011 wurde er in Verwaltungswissenschaft promoviert. Danach zahlreiche Bücher über Demografie, Bürgerkommune und Umwelt-Themen.
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