Landshut, 13. August 2020. Ein Notfallsanitäter legt einem dehydrierten Patienten am Hauptbahnhof einen venösen Zugang. Eine Maßnahme, die er beherrscht, die hilft und die den Zustand des Mannes deutlich bessert. Monate später wird Andreas Drobeck dafür die Delegationsurkunde entzogen. Was als vermeintliche Lappalie beginnt, wächst sich zu einem Machtkampf aus, der ihn fast seine Existenz und seine Gesundheit kostet. Er endet vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in einer Entscheidung, die Rechtsgeschichte schreibt: Die »Drobeck-Entscheidung« vom 21. April 2021 stellt klar, dass Notfallsanitäter in Notstandssituationen eigenverantwortlich heilkundlich handeln dürfen. Und müssen. »Retten verboten!« erzählt diese Geschichte von innen, schonungslos, wütend und persönlich. Es ist das Protokoll eines Systemversagens: von Hierarchien, die Gehorsam über das Patientenwohl stellen, von Funktionären, die Kontrolle mit Verantwortung verwechseln, und von einem Mann, der nicht Recht behalten, sondern retten dürfen wollte. Ein ausführlicher juristischer Anhang erklärt allgemeinverständlich, was Notfallsanitäter nach § 2a NotSanG wirklich dürfen. Mit einem Nachwort von Professor Dr. Ernst Fricke.
Andreas Drobeck ist Notfallsanitäter und wurde durch einen Fall bekannt, der weit über den Einzelfall hinaus Wirkung entfaltet hat. Nachdem er in einer Einsatzsituation eigenverantwortlich medizinisch handelte, sah er sich mit dienstrechtlichen Konsequenzen konfrontiert und entschied sich, den Rechtsweg zu gehen. Das Verfahren mündete in eine richtungsweisende Entscheidung des Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, die die Rolle und Verantwortung von Notfallsanitätern in Deutschland neu einordnet. Die sogenannte »Drobeck-Entscheidung« gilt seither als Referenz für die Frage, wer im Rettungsdienst handeln darf, wenn Sekunden zählen.
Christian Strzoda
Christian Strzoda ist narrativer Sachbuchautor, Fachbeitragsautor, Ghostwriter und Notfallsanitäter. Er schreibt an der Schnittstelle von Medizin und Gesellschaft, dort, wo aus abstrakter Versorgung konkrete Realität wird. Seine Texte sind direkt und nah an den Erfahrungen aus dem Rettungsdienstleben. Sie machen sichtbar, was im Alltag oft verborgen bleibt. Im RIVA-Verlag sind mehrere seiner Bücher erschienen, in denen er vom Leben als Rettungsassistent und Notfallsanitäter erzählt. Daneben ist er Fachbeitragsautor und unterhält bei DocCheck den Blog »Rettungsdienst-Realtalk«, in dem er Praxis, Recht und Politik des Rettungswesens kritisch begleitet.
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