80 Jahre ist es nun her, dass das Schlachtschiff Bismarck in den Fluten des Atlantiks versank und mit ihm ein Großteil seiner Besatzung, junge Männer, die meist erst seit kurzer Zeit bei der Marine dienten. Wenige intensive Tage des Einsatzes lagen hinter ihnen. Glück, Erfolg und Pech hatte sie begleitet und mehrfach zu dramatischen Wendungen geführt. Am 27. Mai 1941 war ihr kurzer Einsatz dann endgültig an seinem Ende angelangt. Die Bismarck, manövrierunfähig und von gegnerischen Schiffen umschlossen, wurde versenkt. Ein Schicksal, welches sie mit unzähligen anderen Schiffen im Zweiten Weltkrieg teilte und doch haftet ihr etwas Besonderes an und machte sie berühmt. Viel ist seither über die Bismarck geschrieben worden und stets stand das Schiff selbst im Vordergrund der Betrachtung. Doch wer waren die Menschen, die auf ihr lebten, arbeiteten und kämpften? Was hat sie bewegt? Warum sind sie überhaupt zur Marine gegangen? Und wo kamen sie her? Wir sind diesen Fragen nachgegangen und haben mit Angehörigen, Überlebenden und anderen Zeitzeugen gesprochen. Entstanden ist ein umfangreiches Werk über das wahre Gesicht eines Schiffes, über die verschiedensten menschlichen Schicksale und Geschichten, die über die Bismarck alle miteinander verbunden sind und meist mit ihr ein tragisches Ende nahmen. Im Teil 1.1 unserer Buchreihe befassen wir uns mit der Schiffsführung und dem seemännischen Personal der Bismarck. Wir erzählen die Geschichte von Kapitän zur See Ernst Lindemann und seinem Ersten Offizier, Fregattenkapitän Hans Oels, sowie den anderen seemännischen Offizieren und Unteroffizieren des Schiffes. Ergänzt wird der Band durch eine umfangreiche und detaillierte Darstellung ihres Arbeitsbereiches, einschließlich der Artillerie und Flugabwehr.
Nach Abitur und Wehrdienst in der Marine machte Malte Gaack (Jahrgang 1983) eine kaufmännische Ausbildung und ist nun im Bereich Marketing als Grafiker tätig. Sein Interesse für die Bismarck wurde bereits in Kindheitstagen geweckt, als das Wrack des Schiffes entdeckt wurde. 2001 begann er selber nach Überlebenden und Angehörigen der Besatzung zu forschen, um ihre Geschichten aufzunehmen. Im selben Jahr fand er auch den Weg zur Marinekameradschaft Schlachtschiff Bismarck, in der sich die Überlebenden nach dem Krieg zusammengeschlossen hatten. Über zwanzig Jahre später waren aus den ersten Geschichten dann mehr als 700 Portraits geworden, die stetig erweitert werden.
Ward Carr
Nach dem Studium am Virginia Military Institute diente Ward Carr (Jahrgang 1947) als Oberleutnant der US-Armee in Deutschland. Danach zog es ihn nach Frankfurt am Main, wo er seitdem als Sprachlehrer, freier Journalist und Übersetzer arbeitet. Sein Interesse an der Marinegeschichte weckten zwei pensionierte Kapitäne der US Navy aus seinem Heimatdorf in Virginia, deren Kriegsgeschichten er als Junge mit großer Aufmerksamkeit gelauscht hatte. Später begann er selbst nach Kriegsveteranen zu suchen, um deren Geschichten aufzuschreiben. 2001 haben Ward Carr und Malte Gaack sich getroffen und entschieden, die Geschichten der Besatzungsmitglieder der Bismarck zu sammeln und aufzuschreiben.
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