Die Erde hat den Krieg überlebt. Die Menschen haben es kaum.
Ruwiya - eine Megacity unter Glas, letzte Zuflucht von einer Milliarde Seelen, regiert von Bürokraten, die hinter sterilen Mauern über das Schicksal derer entscheiden, die draußen im Staub verhungern. Heavens Tower thront über allem. Und tief in seinen verborgenen Eingeweiden, in einem Bereich, der auf keiner Karte verzeichnet ist, sitzt ein stummes kleines Mädchen und drückt ein Plüschtier an die Brust.
Sie ist keine Patientin. Sie ist keine Gefangene.
Sie ist der Zündmechanismus der letzten Waffe der Menschheit.
Jinta Edoward wollte sie töten. Stattdessen starb er. Und als er wieder aufwachte - graues Haar, künstliches Auge, Körper aus Metall und fremdem Fleisch - war die Mission dieselbe, aber die Seiten hatten gewechselt. Jetzt bewacht er das Mädchen, das er töten sollte. Kämpft für eine Seite, der er nicht traut. Und sucht, mitten in allem, nach seiner Schwester, die irgendwo in den Slums überlebt hat - oder nicht.
The Last Sabotage ist kein gewöhnlicher Roman. Es ist ein Hybrid, der Genregrenzen nicht bricht, sondern sie schlicht ignoriert: die Erzähltiefe eines literarischen Romans, die Bildsprache und Energie des Manga, die visuelle Direktheit der Graphic Novel. Onomatopoesie als Stilmittel, nicht als Gimmick. Stille Momente, die schwerer wiegen als jede Kampfszene. Charaktere, die man hasst und liebt und nie ganz versteht - genau wie echte Menschen.
Ein Debüt, das sich anfühlt wie etwas, auf das man gewartet hat, ohne es zu wissen.
The Last Sabotage ist das zweite Buch von Shahd Alahmad - und das erste, das sich konsequent weigert, nach Regeln zu spielen.
Was auf den ersten Blick wie ein ungewöhnlicher Genre-Mix wirkt, ist bei näherer Betrachtung ein präzise konstruiertes Konzept: Alahmad schreibt an der Schnittstelle zwischen literarischem Roman und visueller Erzählkultur. Manga-Ästhetik trifft auf ernsthafte Figurenentwicklung. Onomatopoesie wird zum bewussten Stilmittel. Kampfszenen folgen einer eigenen inneren Choreographie, die sich in Sprache übersetzt, ohne dabei an Tempo oder Wucht einzubüßen.
Die Charaktere in The Last Sabotage sind das Herzstück des Buches - keine Archetypen, sondern Menschen mit Brüchen, Widersprüchen und einer Geschichte, die sich dem Leser nicht vollständig erschließt, sondern stückweise, so wie Menschen eben funktionieren.
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