Tod in Venedig. Eine Novelle

Tod in Venedig. Eine Novelle

Mit einem Nachwort zur besseren Einordnung des Werks

Thomas Mann

Klassiker & Lyrik

Paperback

102 Seiten

ISBN-13: 9783965451667

Verlag: aionas

Erscheinungsdatum: 13.05.2026

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Thomas Mann Buch, Künstlerkrise, Selbstverlust, Klassische Moderne, Homoerotischer Subtext

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Ein dramatischer Tanz zwischen Schönheit und Verfall

Gustav von Aschenbach, ein gefeierter Schriftsteller und Inbegriff preußischer Disziplin, sucht Erholung und Inspiration in der magischen Lagunenstadt Venedig. Doch die Begegnung mit dem schönen Knaben Tadzio entfacht in ihm eine leidenschaftliche Sehnsucht, die seine strenge Lebensordnung ins Wanken bringt. Während die Stadt im Fieber einer geheimnisvollen Krankheit taumelt, gerät Aschenbachs innerer Kampf zwischen Pflicht und Verlangen, zwischen apollinischer Form und dionysischem Rausch, immer mehr außer Kontrolle. In einer Atmosphäre von Verfall und Verführung wird Venedig zum Spiegel seiner eigenen Krise - und zum Schauplatz eines existenziellen Dramas, das in der kompromisslosen Hingabe an die Schönheit seinen tragischen Höhepunkt findet.

Thomas Manns Novelle ist ein Meisterwerk der Moderne: Sie verwebt Mythos, Erotik und Tod zu einer vielschichtigen Meditation über die Zerbrechlichkeit menschlicher Existenz und kultureller Identität. "Tod in Venedig" ist ein literarischer Paukenschlag, der die Grenzen der Moral sprengt und den Leser mit seiner visionären Tiefe und zeitlosen Aktualität fesselt.

Aus dem Nachwort
Als Tod in Venedig im Jahr 1912 das Licht der literarischen Welt erblickte, schlug die Novelle wie ein Paukenschlag ein - gefeiert als Sensation, gefürchtet als Provokation. Thomas Mann, bislang als feinsinniger Chronist bürgerlicher Dekadenz bekannt, wagte mit diesem Werk einen kühnen Schritt ins Unbekannte. Mit einer bis dahin unerhörten Radikalität verwob er Erotik, Krankheit, Tod und Mythos zu einem dichten Gewebe, das die Grenzen der wilhelminischen Moral sprengte. Die Zeitgenossen reagierten mit einer Mischung aus Faszination und Bestürzung, denn nicht zuletzt die homoerotische Fixierung des alternden Künstlers auf den Knaben Tadzio stellte eine offene Herausforderung an die gesellschaftlichen Konventionen dar. Manns Novelle wurde so zum Spiegel einer Epoche, die im Glanz ihrer Oberfläche bereits die Schatten des Untergangs ahnte.
Thomas Mann

Thomas Mann

Thomas Mann (1875-1955) war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Mit dem Familienroman "Buddenbrooks" (1901) erlangte er früh Weltruhm und erhielt dafür 1929 den Literaturnobelpreis. Zu seinen wichtigsten Werken zählen außerdem "Der Tod in Venedig", "Der Zauberberg", "Lotte in Weimar" und "Doktor Faustus". Manns Werk kreist um Gegensätze wie Kunst und Bürgerlichkeit, Geist und Leben. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging er 1933 ins Exil, lebte in der Schweiz und den USA und trat öffentlich gegen das NS-Regime auf. Nach 1952 wohnte er wieder in der Schweiz, wo er 1955 starb.

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