Im idyllischen englischen Dorf Willowbrook sorgt die Standesbeamtin Mrs. Edith Penelope Johnson für Ordnung insbesondere im Sterberegister. Als die Zahl der Todesfälle unerwartet sinkt, gerät ihr ausgeprägter Sinn für Statistik ins Wanken. Mit akribisch geführten Akten und einem zunehmend flexiblen Verhältnis zur Moral beginnt Edith, dem Zufall diskret nachzuhelfen. Einige Todesfälle geschehen dabei scheinbar freiwillig, andere weniger doch stets bleiben sie sauber dokumentiert und unauffällig eingebettet in die dörfliche Normalität. Inspector McMillan wird auf die ungewöhnliche Entwicklung aufmerksam. Zwischen trockener Bürokratie, britischem Understatement und schwarzem Humor entspinnt sich ein stilles Katz-und-Maus-Spiel, in dem es weniger um Beweise als um Muster, Zahlen und menschliche Schwächen geht.
Anthea White ist das Pseudonym von Anett Weiß, die mit ihrem Kurzkrimi Totenschein mit Aussicht ihr Debüt im Bereich des schwarzhumorigen Kurzkrimi vorlegt. Die Idee zur Handlung entstand durch eine Kollegin aus dem Standesamt, deren Einblicke in die strukturierte Welt von Registern, Fristen und Sterbefällen die Grundlage für die Figur der Edith Penelope Johnson bildeten. Aus dieser realen Inspiration entwickelte sich die literarische Vision einer Protagonistin, die Ordnung und Statistik über alles stellt, selbst über moralische Grenzen hinweg. Anett Weiß interessierte sich schon früh für das Schreiben und spielte lange mit dem Gedanken, als Ghostwriterin tätig zu werden. Mit diesem Roman entschied sie sich bewusst dafür, erstmals eine eigene Geschichte zu erzählen und ihrer Begeisterung für britischen Humor, trockene Ironie und ungewöhnliche Figuren eine eigene Stimme zu geben.
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