Dieses Buch beschreibt eine strukturelle Lücke im Zusammenspiel von Selbstbestimmung, Vertretung und staatlicher Schutzpflicht. Es erzählt von Situationen, in denen Selbstbestimmung nicht verschwindet, sondern unzugänglich wird und private Vertretung dennoch weiterwirkt.
Im Zentrum steht kein Einzelfall, sondern eine Ordnung, die korrekt funktioniert und gerade deshalb versagen kann: Ärzte dokumentieren, Behörden warten, Bevollmächtigte entscheiden, der Staat greift nicht ein. Das Unterlassen erscheint nicht als Bruch, sondern als Ergebnis eingehaltenen Verfahrens.
UNTERLASSEN fragt, was geschieht, wenn Schutz erst einsetzt, nachdem der Schaden beweisbar geworden ist. Und es sucht nach einer Form des kurzen Innehaltens: nicht gegen Autonomie, sondern zu ihrer Sicherung.
Eva Maria von Lonski beschäftigt sich mit Fragen von Selbstbestimmung, Vertretung und Verantwortung. In ihren Texten untersucht sie die Momente, in denen rechtliche Ordnung, medizinische Realität und familiäre Nähe aufeinandertreffen.
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