Vergessen. Verwaltet. Verstorben. Hinter den maroden Mauern des Seniorenheims Bergquell verbirgt sich ein System, das längst an seine Grenzen stoesst. Wenn nachts eine Pflegekraft allein fuer fuenfundfuenfzig Menschen zustaendig ist, wird die Zerbrechlichkeit der Strukturen sichtbar. Dieser Gesellschaftsthriller beleuchtet die stillschweigenden Kompromisse, die uns alle betreffen.
VERGESSEN. sind die Wuensche derer, die im Notfall gegen ihren Willen reanimiert werden. Unsichtbare Gefahren aus der Vorkriegs-Infrastruktur verstaerken schleichend Symptome, die als altersentsprechend abgetan werden.
VERWALTET. Das System schuetzt sich durch juristische Grauzonen und nutzt Schweigepflicht und Datenschutz als Schutzschild, um Angehoerigen die Wahrheit zu verweigern. Die Heimleitung dient als Blitzableiter fuer die Stiftung, deren oberstes Ziel die Vermeidung kostspieliger Sanierungen ist.
VERSTORBEN. Die Hilfe trifft auf dem Land oft zu spaet ein. Wenn Reanimationen scheitern, weil Ausruestung oder Zeit fehlen, versiegelt der Totenschein die Umstaende des Todes mit einem einzigen, vagen Wort: "Natuerlich". Veraltete Pflegeheime sind auf Rettung eingerichtet, was zu einer Illusion von Rettung fuehrt, in der der lebensrettende Goldstandard von sechs Minuten aufgrund von unzuverlaessigen Rufsystemen, zu weichen Matratzen, quaelend langsamen und zu kleinen Aufzuegen sowie dem Fehlen aussagekraeftiger Plaene, um Notfallorte zu finden, nicht eingehalten werden kann.
Der Blick richtet sich auf die inneren Spannungen derer, die im System der Pflege arbeiten. Zwischen moralischem Anspruch und buerokratischer Pflicht geraten sie in einen permanenten Widerspruch. Ihr Mitgefuehl wird funktionalisiert - als humanes Feigenblatt eines Systems, das Menschlichkeit verwaltet, statt sie zu leben.
Dieses Buch will sichtbar machen, was uns die Wuerde, die Lebensqualitaet und im schlimmsten Fall das Leben kosten kann. Es zeigt, dass Hinsehen nicht reicht - und wo sich das Fragen lohnt.
Vergessen. Verwaltet. Verstorben. Jetzt in Teil 1 - in Kuerze Teil 2.
Andrea Stehle schreibt über das, was wir lieber verdrängen: Verantwortung, Überforderung und die Grenzen der Hilfe. Als Tochter eines Bestatters, Schwester einer Krankenschwester, unabhängige Trinkwasserexpertin und ehemalige Feuerwehrfrau kennt sie die Bruchstellen zwischen Idealismus und System. Sie lebt im Taunus und verbindet eigene Erfahrungen mit sorgfältiger Recherche verbunden mit erzählerischer Empathie.
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