Dieses Buch erschließt das Denken Meister Eckharts aus einer existenziellen und kontemplativen Perspektive. Ausgehend von einer theologischen Arbeit zur Gnadenlehre verfolgt es Eckharts Weg bis an jene Grenze, an der religiöse Sprache, spirituelle Praxis und jedes bewusste Tun an ihr Ende kommen.
Gnade erscheint hier nicht als Gabe oder religiöses Konzept, sondern als Geschehen, als Gottes eigene Gegenwart im Menschen. Begriffe wie Abgeschiedenheit, Gottesgeburt, Durchbruch und Gelassenheit werden nicht systematisch erklärt, sondern in ihrem inneren Zusammenhang entfaltet, als Hinweise auf eine Erfahrung, die sich jeder Verfügung entzieht.
Das Buch folgt keiner dogmatischen Argumentation und bietet keine spirituelle Anleitung. Es lädt zu einer langsamen, stillen Lektüre ein, die weniger verstehen als freilegen will. Im Zentrum steht der Gedanke, dass Gott dem Menschen näher ist als er sich selbst und dass das Entscheidende dort geschieht, wo das Wollen zur Ruhe kommt.
Ein kontemplatives Buch über den Grund der Seele, über Freiheit jenseits des Eigenen und über ein Leben, das nicht gemacht werden muss.
Damiano S. Nöthen ist Diplom-Theologe, Gestalttherapeut und Lehrer für Gestalttherapie und Bewusstseinsentwicklung. Seine Arbeit verbindet therapeutische Praxis mit kontemplativer Forschung und einer langjährigen Auseinandersetzung mit christlicher Mystik und Zen. Er lebt mit seiner Familie in Italien, in der Nähe von Assisi.
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