Viele politisch interessierte Menschen haben aufgehört zu sprechen. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten. Sondern weil Kritik - etwa zu Migration, sozialer Tragfähigkeit oder grundlegenden gesellschaftlichen Fragen - immer häufiger als Gesinnung gelesen wird, während zentrale Zukunftsfragen rund um Energie, Klima und technologische Entwicklungen gleichzeitig ungelöst bleiben. Dieses Buch beobachtet gesellschaftliche Debatten und macht die Mechaniken sichtbar, durch die Konflikte moralisch aufgeladen werden - und dadurch oft unlösbar bleiben.
Es zeigt, wie gut gemeinte Bewegungen zuweilen selbst dazu beitragen, dass Konflikte eskalieren, statt demokratisch bearbeitet werden.
Es richtet sich an Menschen, die sich politisch verorten können und dennoch erleben, dass Zweifel, Ambivalenz und unbequeme Fragen nur begrenzt Platz haben.
Ertappt fühlen dürfen sich Aktivist*innen, die Kritik vorschnell einordnen, statt sie auszuhalten. Und ebenso Politiker*innen, die in moralisch aufgeladenen Debatten ratlos und erschöpft geworden sind.
Dieses Buch liefert keine Anleitungen und keine einfachen Antworten. Es beobachtet, beschreibt - und macht sichtbar, wo Engagement Wirkung entfaltet - und wo es sich verliert, während die großen Aufgaben längst vor uns liegen. Es zeigt zugleich, dass wir ihnen gewachsen sein können - wenn wir beginnen, Verantwortung mitzudenken.
Die Autorin Conny Felice arbeitet an den Schnittstellen von Zivilgesellschaft, Ehrenamt und institutionellen Strukturen - und erlebt dort die Spannungen, die entstehen, wenn gesellschaftliche Ansprüche auf reale Lebenswelten treffen.
Conny Felice arbeitet an der Schnittstelle von Zivilgesellschaft, Ehrenamt und institutionellen Strukturen. Ihr Interesse gilt weniger eindeutigen Antworten als den Bedingungen, unter denen gesellschaftliche Debatten geführt werden - und den Spannungen, die entstehen, wenn moralische Ansprüche auf reale Lebenswelten treffen. In verantwortlichen Rollen erlebt sie, wie Interventionen scheitern, wenn Verantwortung nicht mitgedacht wird. Ergänzend arbeitet sie seit Jahren als Mediatorin für Organisationen und Teams - eine Perspektive, die ihren Blick für Konfliktdynamiken, Eskalationsmuster und ihre Ursachen geschärft hat.
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