Schlagworte: Evangelische Kirchgemeinden in Sachsen im Nationalsozialismus, Kirchenkampf im Dritten Reich, Geschichte von Kirchgemeinden, Lokalgeschichte Sachsen, Sozialgeschichte
Die an der TU Dresden als Dissertation eingereichte Studie von Benjamin Krohn untersucht das Leben evangelischer Kirchgemeinden in Sachsen während der NS-Zeit Nach einer Darstellung der kirchlichen Rahmenbedingungen zwischen 1918 und 1945 werden als Fallbeispiele neun Kirchgemeinden systematisch analysiert, die eine große kirchenpolitische und regionale Bandbreite abbilden: Löbau, Hohnstein, Versöhnungskirche Dresden-Striesen, Pesterwitz, Olbernhau, Riesa-Gröba, Chemnitz-Harthau, Geithain sowie Falkenstein. Die Arbeit kombiniert qualitative und statistische Methoden, um aufzuzeigen, wie sich das kirchliche Leben vor Ort unter den Bedingungen der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus entwickelte Als Quellen dienten Gemeindeakten, Ephoralarchive, kirchliche und staatliche überregionale Archive sowie private Nachlässe und überlieferte Berichte Diese wurden im Hinblick auf die Tätigkeit von Pfarrern, Kirchgemeindevertretungen und Gemeindegruppen sowie hinsichtlich der Beteiligung am Gemeindeleben ausgewertet. Die Untersuchung zeigt ein breites Spektrum an Entwicklungen, vom Aufschwung in vielen Kirchgemeinden im Jahr 1933 und der begeisterten Zustimmung zum Nationalsozialismus bis hin zum zeitweiligen Zusammenbruch des Gemeindelebens an einzelnen Orten, wo die kirchenpolitischen Konflikte die kirchliche Arbeit zum Erliegen brachten.
Benjamin Krohn, Dr. phil., Jahrgang 1979, studierte von 1999 bis 2006 Evangelische Theologie und Geschichte für das gymnasiale Lehramt in Dresden und Rom. Von 2006 bis 2009 war er Promotionsstipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Von 2009 bis 2011 absolvierte er sein Referendariat am Martin-Luther-Gymnasium Frankenberg (Sachsen). Seit 2011 arbeitet er als Lehrer für Religion und Gesellschaftswissenschaften an der Stadtteilschule Hamburg-Horn.
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