Zwischen Unfallversicherung, Rehabilitation und Arbeit entwickelt ein Ordnungsmodell für den österreichischen Sozialstaat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Arbeitsfähigkeit erhalten, wiederhergestellt und sinnvoll genutzt werden kann. Ausgangspunkt ist die gesetzliche Unfallversicherung. Sie zeigt bereits heute, dass soziale Sicherung mehr sein kann als Entschädigung: Behandlung, Rehabilitation und Wiedereingliederung bilden dort eine erkennbare Übergangslogik. Dieses Buch fragt, warum diese Logik nicht breiter auf Krankheit, Rehabilitation, Arbeitsmarkt und dauerhafte Absicherung übertragen wird. Kern des Modells ist die Restarbeitsfähigkeitsquote, kurz RAQ. Sie ersetzt die starre Unterscheidung zwischen arbeitsfähig und arbeitsunfähig durch eine abgestufte Betrachtung vorhandener Arbeitsfähigkeit. Menschen mit teilweiser Arbeitsfähigkeit sollen nicht vorschnell aus dem Erwerbsleben herausfallen, sondern im Ausmaß ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten und ergänzend abgesichert werden. Darauf aufbauend wird das Arbeitsmarktservice neu eingeordnet: nicht als Auffangsystem für alle sozialen Probleme, sondern als System der Erwerbsfähigkeit für arbeitsfähige und verfügbare Personen. Betreuung, Pflege und Rehabilitation werden hingegen als eigene Lebensphasen verstanden, die klare Zuständigkeiten benötigen. Das Buch ist kein Rechenbuch und kein parteipolitisches Programm. Es ist ein struktureller Reformvorschlag: Krankenversicherung behandelt, Rehabilitation stellt Arbeitsfähigkeit wieder her, das AMS integriert in Arbeit, die Pensionsversicherung sichert dauerhaft ab. Ziel ist ein Sozialstaat, der nicht nur Zustände verwaltet, sondern Übergänge organisiert.
Andreas Achleitner beschäftigt sich in seinen Büchern mit der strukturellen Ordnung des österreichischen Sozialstaats. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Fragen nach Zuständigkeiten, Finanzierungslogiken und der funktionalen Architektur sozialer Sicherung. Seine Texte verstehen sich nicht als parteipolitische Programme, sondern als analytische Ordnungsmodelle. Sie untersuchen, wie bestehende Systeme aufgebaut sind, welche Fehlanreize durch historisch gewachsene Zuständigkeiten entstehen und wie soziale Sicherung entlang klarer Funktionen neu gedacht werden kann. Mit seinen bisherigen Arbeiten zur Pensionsversicherung, zur Krankenversicherung sowie zur Unfall- und Rehabilitationsversicherung entwickelt er ein zusammenhängendes Modell eines Sozialstaats, der nicht nur Zustände verwaltet, sondern Lebensphasen und Übergänge systematisch organisiert.
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